Mineralwasser Hitze bringt Wasserproduzenten ins Schwitzen

Mineralwasserproduktion bei Ensinger: Der Getränkehersteller verzeichnet einen deutlich höheren Absatz in diesem Sommer.
Mineralwasserproduktion bei Ensinger: Der Getränkehersteller verzeichnet einen deutlich höheren Absatz in diesem Sommer. © Foto: Sebastian Gollnow
Andreas Lukesch 08.08.2018

Viel trinken, am besten Wasser  – dies ist wohl die häufigste  Empfehlung an Menschen, die die Hitzewelle möglichst schadlos überstehen wollen (siehe auch Seite 9). Und viel trinken, das tun sie auch in der Region. Zu spüren bekommen das die Mineralwasserhersteller.

Denn bei Temperaturen von 35 Grad und mehr greifen die meisten Durstigen vernünftigerweise erst einmal zum Wasser, bevorzugt zum Mineralwasser. Das sorgt nicht nur für gute Laune bei den Abfüllern, sondern auch für Stress und hohen Arbeitsdruck an den Mineralbrunnen. „Bei 16 bis 17 Millionen Liter Mineralwasser im Monat befinden wir uns schon an der Produktionsgrenze“, sagt Stefan Schurr, Marketingchef von Ensinger in Vaihingen. Durchschnittlich füllt die „Calcium-Magnesium-Powerquelle“ (Eigenwerbung Ensinger) im Monat 10 Millionen Liter ab und bringt sie in den Handel. Im Sommer, bei lang anhaltender Hitze, sind es schon mal 50 Prozent mehr.

500 000 Kisten am Tag

Von einem Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr geht schon jetzt die Winkels-Gruppe („alwa“) in Sachsenheim aus. Auch dort wird derzeit alles gegeben, um die Nachfrage zu befriedigen. Durchschnittlich verlassen 200 000 Kisten am Tag die Zentrale im Eichwald. Derzeit sind es bis zu 500 000 Kisten, wie Marketing- und Vetriebs-Geschäftsführerin Denise Kaufmann auf BZ-Nachfrage mitteilt.

Lieferengpässe, wie sie am Dienstags aus NRW gemeldet wurden, gibt es bei Ensinger und Winkels noch nicht oder nur in begrenztem Umfang. Aber auch bei „alwa“ und Co. sei man produktionsseitig am Limit, die Situation aufgrund der Leergutversorgung bei einzelnen Produkten „angespannt“, so Kaufmann. Bei „alwa“-Mineralbrunnen habe man sich aufgrund der aktuellen Lage entschieden, nur noch Wasser zu füllen, um die Versorgung zu gewährleisten. Es könne jedoch allenfalls passieren, dass einzelne Produkte im Handel kurzzeitig nicht zur Verfügung stünden. Verbraucher könnten dann aber andere Gebinde der gewohnten Marke zurückgreifen.

Entspannter stellt Schurr die Situation bei Ensinger dar. Man platziere gerade ein neues Gebinde auf dem Markt und bringe daher viel Neuglas in Umlauf. Beide appellieren aber an die Verbraucher, ihr Leergut zügig – vor allem vor dem Urlaub – an die Händler zurückzugeben.

Mineralwasser-Fans müssen übrigens nicht befürchten, dass die heimischen Quellen aufgrund der Rekord-Entnahme versiegen. Mineralwasser wird nicht aus aktuellen Niederschlägen gewonnen. „Kurzfristige Trockenheiten und Hitzeperioden haben deshalb keinen relevanten Einfluss auf die Mineralwasserförderung, die Quellen versiegen nicht.“, erklärt Schurr. Zudem habe man erst in jüngster Zeit zahlreiche neue Quellen erschlossen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel