Sommer, Sonne, Badesee: An heißen Tagen zieht es Groß und Klein nicht nur in die zahlreichen Freibäder der Region, sondern viele suchen auch Abkühlung in den Seen. Doch nicht überall ist das Baden erlaubt oder von den zuständigen Gemeinden erwünscht.

Eine ausgezeichnete Qualität gemäß der EU-Badegewässerrichtlinie bescheinigten die Prüfer in den zurückliegenden fünf Jahren dem Stausee Ehmetsklinge bei Zaberfeld, der derzeit Wassertemperaturen bis zu 22 Grad Celsius aufweist. In einem bestimmten Bereich ist das Baden am Naturstrand auf eigene Gefahr gestattet und wird durch eine Rechtsverordnung der Gemeinde Zaberfeld genau geregelt. Im Schutzgebiet der Ehmetsklinge ist das Schwimmen jedoch ganzjährig verboten.

Fahren mit Booten

Im Badebereich kann der Stausee auch mit Fahrzeugen ohne eigene Triebkraft wie Ruder-, Tret- oder Paddelbooten befahren werden. Das Surfen und Segeln ist jedoch während der Badesaison vom 15. Mai bis zum 15. September eines Jahres verboten. Von abends 21.30 bis morgens 6.30 Uhr darf an der Ehmetsklinge ebenfalls nicht gebadet werden, ebenso bei stürmischem Wetter und Sichtbehinderungen. „Dies gilt am ganzen Tag auch für Tiere. Wegen Hunden am See kommt es immer wieder zu Ärgernissen“, sagt Mirjam Jauß von der Gemeindeverwaltung Zaberfeld.

An der Ehmetsklinge befinden sich Toiletten und Umkleideanlagen. Auch gastronomische Angebote sind vorhanden. Wer möchte, kann auch eine Grillstelle mit kleiner Hütte am Parkplatz nutzen. Dafür ist jedoch vorab eine Reservierung erforderlich. Für die kleinen Badegäste gibt es einen Spielplatz am benachbarten Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg.

Auf der Gemarkung der Gemeinde Pfaffenhofen liegt der Katzenbachsee, wo auf die Badegäste in einem bestimmten Schwimmbereich ebenfalls Sanitäranlagen, ein Kiosk und eine Grillstelle warten. Auch an diesem See mitten im Wald müssen Erholungssuchende die Baderegeln einhalten, die auch schon an der Ehmetsklinge Vorschrift sind. Jedoch wird das FKK-Baden am Katzenbachsee geduldet, während es an der Ehmetsklinge untersagt ist. Auch der Katzenbachsee hat eine nach den Kriterien der EU-Badegewässerrichtlinie ausgezeichnete Wasserqualität. „Unser dritter See, der Michelbachsee, liegt als ökologisches Refugium im Naturschutzgebiet. Das Baden ist an diesem See nicht erlaubt“, macht Mirjam Jauß deutlich.

Um Rücksicht auf den Schutz der Natur und das Ruhebedürfnis der Naherholungssuchenden bittet auch die Pressesprecherin der Stadt Vaihingen, Martina Fischer, bei den Horrheimer Seewaldseen. „Das Baden ist in beiden Seen im Rahmen des sogenannten Gemeingebrauchs grundsätzlich erlaubt. Es gibt keine Toiletten und keine Umkleideanlagen. Ein Spielplatz und drei Grillstellen sind vorhanden“, erläutert Fischer. Wegen der geringen Sichttiefe darf nicht ins Wasser gesprungen werden. Die Seen dürfen mit kleinen Schlauch-, Paddel- und Ruderbooten ohne Motor, befahren werden, aber nicht mit Modellbooten. „Haustiere dürfen aus hygienischen Gründen ebenfalls nicht ins Wasser. Es gibt immer wieder Beschwerden, dass Hunde dennoch in die Seen gelassen werden. Unsere Mitarbeiter des Vollzugsdiensts sind regelmäßig vor Ort und kontrollieren die Einhaltung der Verbote“, betont Fischer. Auch mit dem Bad im Mondschein ist es nichts, denn zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang dürfen die Wasserflächen der Seewaldseen nicht benutzt werden. Die zwischen Wald und Weinbergen gelegenen Seen bei Horrheim haben ebenfalls nach der EU-Richtlinie eine ausgezeichnete Wasserqualität.

Güte wird nicht überwacht

Die Güte des erfrischenden Wassers in den Seen im Stadtgebiet Sachsenheim wird dagegen nicht überwacht, denn weder der See in Hohenhaslach noch der Heiligenbergsee in Häfnerhaslach sind offizielle Badeseen. „Der See in Hohenhaslach wurde als Regenrückhaltebecken im Zuge der Rebflurbereinigung erstellt und ist seit 1977 an den Anglerverein Sachsenheim-Unterriexingen verpachtet. Im Rahmen der Flurbereinigung hat auch die Spritzgemeinschaft Häfnerhaslach den dortigen See angelegt, aus dem sie Wasser zur Bewässerung der Weinberge entnehmen darf. Das Fischereirecht wurde von der Stadt Sachsenheim ebenfalls an den Anglerverein Sachsenheim-Unterriexingen verpachtet. Die Nutzung des Heiligenbergsees für die Naherholung blieb zwar bestehen, und daher gibt es auch einen Grillplatz, aber Baden ist nicht erlaubt.