Kämmerer Andreas Linge hat ein Problem: Die Rücklage ist mit 7,4 Millionen Euro prall gefüllt. Bei der Umstellung auf das neue Haushaltsrecht muss dieser Posten aber aufgelöst werden. „Das führt zur kuriosen Situation, dass wir plötzlich Minusausgaben oder -einnahmen haben.“

Doch angesichts der positiven Zahlen in der Jahresabrechnung 2018 sind solche Rechenspiele zu verschmerzen. Das Haushaltsvolumen ist auf bisher noch nie da gewesene 30 Millionen Euro angewachsen. Die Rekordeinnahme bei der Gewerbesteuer von 8,86 Millionen Euro toppt sogar die bisherige Spitzeneinnahme von 7,2 Millionen Euro aus dem Jahr 2013. Die Zuführungsrate betrug 7,7 Millionen Euro. Statt einer Entnahme von 1,8 Millionen Euro wuchs die Rücklage um 5,3 Millionen Euro.

Dass die Gewerbesteuer so hoch ausfällt, hängt mit vielen Nachzahlungen zusammen. Insofern musste Linge „gleich etwas Wasser in den Wein gießen“. Zum einen sind auch die Ausgaben um 1,26 Millionen Euro gestiegen, zum anderen könne man bei der Konjunkturdelle nicht dauerhaft von derart hohen Einnahmen ausgehen. Zudem verliere man über die Gewerbesteuerumlage und den Finanzausgleich wieder Geld. „Im Jahr 2020 fehlen uns da sicher schon mal 1,7 Millionen Euro.“

Künftig werden in der Doppik nur noch mit Erträgen und dem Aufwand gerechnet. Haushaltsreste in Millionenhöhe müssen neu veranschlagt werden, damit die Eröffnungsbilanz stimmt. Die Gemeinde hat Kredite in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Der Schuldenstand insgesamt mit den Eigenbetrieben Wasser und Abwasser beträgt 9,3 Millionen Euro, das sind 1466 Euro pro Kopf. Dem steht ein Vermögen über Innere Darlehen und anderes von ebenfalls rund neun Millionen Euro gegenüber.