Nahverkehr Haas: ÖPNV durch Reform nicht besser

Kreis Ludwigsburg / von Uwe Roth 09.06.2018

Nach der am Donnerstag von den Aufgabenträgern beschlossenen Reform des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS) wird es im Landkreis Ludwigsburg von April 2019 an statt derzeit elf lediglich noch vier Tarifzonen geben (die BZ berichtete).

Der Ludwigsburger Landrat Dr. Rainer Haas schätzt den Mehraufwand für die ÖPNV-Ausgaben des Landkreises auf drei bis vier Millionen Euro im Jahr. Ab 2025, wenn der Zuschuss des Landes entfällt, wird der anteilige Betrag des Landkreises zur Finanzierung der Tarifreform um weitere Millionen anwachsen – je nachdem, wie viele Bürger die Senkung der Tarife nutzen, um auf Busse und Bahn umzusteigen. Die Mehreinnahmen aus dem Fahrscheinverkauf senken entsprechend den Subventionsbedarf.

Damit die Reform wie geplant in etwa zehn Monaten in Kraft treten kann, müssen der Stuttgarter Gemeinderat, die vier Kreistage sowie die Regionalversammlung ihr noch vor der Sommerpause zustimmen. Den Auftakt macht am 4. Juli der Verkehrsausschuss des VRS. Im Ludwigsburger Kreistag ist die Abstimmung am 20. Juli auf der Tagesordnung. Landrat Haas zeigt sich zuversichtlich, dass der Kreistag die Reform nicht blockieren wird. In nichtöffentlicher Sitzung sei diese vorberaten worden. „Ich habe für die Reform geworben“, so Haas. Mit einer möglichen Erhöhung der Kreisumlage, um die Ausgabe zu kompensieren, rechnet der Landrat aktuell nicht. Aufgrund der guten Konjunkturlage stünden die Kommunen „finanziell nicht ganz schlecht da“, so dass die von den Steuereinnahmen abhängige Umlage voraussichtlich ausreichend sei.

Kreis muss mehr zahlen

Eine Prognose, wie sich die Umlage in den Folgejahren entwickeln müsse, um die weiter wachsenden Ausgaben für den ÖPNV zu finanzieren, will Haas nicht abgeben. Bei der Präsentation der Tarifreform im Stuttgarter Rathaus sagte der Landrat, dass mit der Tarifreform der ÖPNV in der Region für viele Bürger zwar günstiger werde, aber nicht besser. „Uns kostet die Reform kräftig Geld. Aber mit dem Geld fährt nicht eine S-Bahn oder ein Bus mehr.“ Haas forderte: „Wir brauchen dringend auch Investitionen in substanzielle Verbesserungen – damit meine ich nicht nur Taktverdichtungen.“ Um hinzugewonnene Fahrgäste nicht am Bahnsteig stehen zu lassen, müsse auch kräftig in das S-Bahn-Netz investiert werden.

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