Markgröningen Gutachter untersucht nun Seriendieb

Markgröningen / BERND WINCKLER 27.06.2013
Der Fall der mutmaßlichen Markgröninger Serieneinbrecher wird doch weiterverhandelt - obwohl einer sagt, er sei psychisch krank.

Das Verfahren gegen die beiden Markgröninger Serieneinbrecher geht weiter, obwohl einer der Angeklagten plötzlich eine schwere psychische Krankheit geltend gemacht hatte, in deren Zustand er die Einbrüche verübt haben will (wir berichteten). Die Richter des Stuttgarter Landgerichts haben ihm nun kurzfristig einen Psychiater zur Seite gestellt, der nächste Woche sein Gutachten abgeben wird.

Erst schien es, als sei alles geplatzt. Solche speziellen Gutachter haben lange Vorlaufzeiten, sodass das Verfahren vor der 17. Kammer blockiert sein könnte und man ganz von vorn anfangen muss. Allerdings hat die Strafkammer am Mittwoch einen Sachverständigen gefunden, der sich auch sofort bereit erklärte, den Angeklagten gleich zu beobachten, um ihn dann am nächsten Dienstag in seiner Stammheimer Untersuchungshaftzelle aufzusuchen und zu untersuchen. Der Prozess ist damit vorerst gerettet.

Die beiden Beschuldigten sollen neben zehn schweren Wohnungseinbrüchen in Esslingen, Bad Cannstatt und Stuttgart noch in zwei Fällen in Markgröningen in Einfamilienhäuser eingebrochen sein und Beute für über 10 000 Euro gemacht haben. Der Hauptangeklagte ist geständig. Sein neben ihm sitzender Komplize macht den psychischen Defekt geltend. Am Mittwoch wurden zunächst weitere Zeugen gehört, plus die Ermittler der Soko, die damals den Fall bearbeitet hatten. Aufgrund von DNS-Spuren waren die beiden schließlich im November 2012 in Mettingen festgenommen worden.

Am nächsten Dienstag soll der Prozess mit dem Urteil abgeschlossen werden.

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