Sommerprobleme Grüner Daumen im Sommer

Volker Kugel
Volker Kugel © Foto: KUHNLE WERNER
Kreis Ludwigsburg / Carolin Domke 11.08.2018

Pflanzenexperte und Chef im Blühenden Barock Ludwigsburg ist Volker Kugel. Er weiß, was Blumen im Sommer wollen.

Herr Kugel, wie häufig sollte man Pflanzen auf dem Balkon und im Garten gießen?

Volker Kugel Das kommt ganz auf die Pflanze an. Im Sommer sollte man täglich gießen, wie viel muss man herausfinden, indem man sich mit den Pflanzen beschäftigt. Einen grüner Daumen braucht man dazu aber schon.

Spielt die Zeit auch eine Rolle?

Entweder man gießt Spätabends gegen 22 Uhr oder sehr früh, gegen 2, 3 oder auch 4 Uhr.

Welche Fehler kann man machen?

Man sollte früh morgens nicht über die Blätter gießen. Durch die Feuchtigkeit werden Pilze extrem gefördert. Die Sporen drehen sich dann wie Korkenzieher rein. Am besten ist direkt auf den Boden, wo das Wasser gebraucht wird. Es sollte auch nicht zu viel Wasser sein.

Warum?

Wenn die Pflanze anfangs knapp mit Wasser gehalten wird, kann sie mehr Wurzeln ausbilden und hält länger durch. Dafür muss man aber ein Gefühl kriegen.

Welche Pflanzen brauchen denn viel Wasser, welche weniger?

Pflanzen mit großen, weichen Blättern brauchen etwas mehr. Dazu zählen Gurken, Tomaten oder Zucchini. Die zeigen auch gleich wenn es zu trocken ist und lassen die Blätter hängen. Kohl, Kohlrabi und Zwiebeln vertragen mehr Trockenheit. Oliven und Zitruspflanzen benötigen auch nur wenig Wasser. Ein Stechapfel braucht dagegen viel Wasser.

Stichwort: Urlaub. Gibt es auch Alternativen, wenn der Nachbar keine Zeit zum Gießen hat?

Es gibt Tropfsysteme, die eine Wasserleitung benötigen und über einen Schlauch die Erde bewässern. Das ist dann die Tropfbewässerung. Ohne Anschluss kann man einen Tonzylinder verwenden. Das funktioniert mit der Kapillarkraft. Der Zylinder ist über einen Schlauch mit einem Eimer Wasser verbunden, und es wird ein Unterdruck aufgebaut, um die Pflanze zu bewässern. Das sollte man aber mindestens zwei bis drei Wochen vorher ausprobieren.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel