Gericht Großes Schweigen nach angeblichen Schlägen

Ludwigsburg/Ditzingen / Heike Rommel 31.07.2018

Es besteht ein Tatvorwurf gemeinschaftlicher, gefährlicher Körperverletzung – und keiner weiß von irgendwas: So gestaltete sich ein Fall um eine 34-Jährige und deren 22-jährigen Bruder vor dem Ludwigsburger Amtsgericht. Die Frau soll den Bruder dazu angestiftet haben, ihren Ex-Freund an seiner Arbeitsstelle, einem Dönerladen, zu verprügeln, um Liebesdinge zu klären, die sie selbst und ihre Tochter betrafen. Hinterher wollte es aber keiner gewesen sein.

Frau stellt Ex zur Rede

Die Angeklagte soll nach Informationen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft am 17. Februar mit ihrer Tochter im Ditzinger Dönerladen des vermeintlich Geschädigten aufgetaucht sein, um diesen zur Rede zu stellen, laut Anklageschrift nur verbal. Mit Fäusten zugeschlagen haben soll der Bruder der 34-Jährigen. Nach Angaben des Opfers mit zwei männlichen Mittätern.

Ein Zeuge hatte die Polizei gerufen, welche aufklären sollte, woher der Mann im Dönerladen seine Verletzungen an Stirn, Hals und Oberarm hatte. „Ich war dort, aber bei dem Streit nicht dabei“, bekundete die Angeklagte, sie wolle zu dem Vorfall keine Angaben machen. Der Polizei hatte sie erzählt, sie habe die Beziehung zu ihm beendet, da er „so eifersüchtig“ gewesen sei. Was ihn aber nicht daran gehindert habe, über sie und ihre Tochter „schlimme Sachen“ zu erzählen. „Ich kenne den Mann aus diesem Dönerladen überhaupt nicht“, meinte hingegen der mitangeklagte Bruder der Frau.

Wer als Zeuge nicht zur Verfügung stand, weil er seit über einem Monat in der Türkei im Urlaub weilt, war der vermeintlich geschädigte Exfreund der Frau. Das Strafverfahren wurde nun eingestellt, was keine Freisprüche bedeutete. Die Angeklagten erklärten sich damit einverstanden und legten somit keinen Wert darauf, frei gesprochen zu werden.

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