Schöffengericht Gericht: Mehr als 100 000 Euro erbeutet

Kreis Ludwigsburg / Heike Rommel 13.04.2018

Das Ludwigsburger Schöffengericht hat die Anklage gegen einen vermeintlichen Automatenknacker eröffnet, der international als Einbrecher in Spielcasinos unterwegs gewesen sein soll. Betroffen davon sind auch vier Casinos in Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen und Vaihingen, aus denen 106 109 Euro erbeutet wurden.

Beschuldigt wird ein 38-Jähriger, der vor seiner Festnahme und Inhaftierung am 31. Oktober letzten Jahres zunächst in Belgien und dann in einer Teilgemeinde von Backnang gelebt hat. Nach den Angaben der Kripo Ludwigsburg wird der Mann in Belgien des versuchten Mordes beschuldigt.

Den Einbruch in das Ludwigsburger Spielcasino in der Nacht vom 31. Juli 2017 gab der Angeklagte vor Gericht zu, weigerte sich aber, Angaben über seinen  Mittäter zu machen. Zusammen mit ihm drückte der Angeklagte das Rolltor zur Tiefgarage des Casinos hoch, riss die Bewegungsmelder ab, verdrehte die Videoüberwachungskamera, hebelte die Verbindungstüre auf und sorgte dafür, dass die Alarmanlage nicht mehr funktionierte. Nach der Anklageschrift brach er sechs Geldspielautomaten sowie die Kasse auf. Die Beute: 2909 Euro.

DNA-Spuren entdeckt

Der Anklageschrift zufolge wurde an einem der Bietigheimer Casinos in der Nacht vom 5. auf den 6. August 2017 die Außenbeleuchtung mit einem schwarzen Tuch abgedeckt, das von der Polizei gefunden wurde und DNA-Spuren aufwies. Dass sich zwei schwarz gekleidete Gestalten mit Sturmhaube am Eingang des Casinos zu schaffen machten, bemerkten Nachbarn. Die Täter ergriffen die Flucht und machten sich gleich am nächsten Casino in Bietigheim zu schaffen. Dort gelang es den beiden, ein Fenster aufzuhebeln und rund 50 000 Euro aus zehn Geldspieltomaten zu holen. Zusätzlich verursachten die Täter einen Schaden von rund 20 000 Euro.

Ein Casino in Vaihingen war in der Nacht vom 26. August letzten Jahres der Tatort. Dort wurden die Videokamera abgeschlagen, die Türe aufgehebelt und 53 200 Euro gestohlen. Der Sachschaden beläuft sich nach Angaben der Stuttgarter Staatsanwaltschaft auf etwa 32 000 Euro.

Ein Urteilsspruch konnte das Gericht noch nicht fällen, weil neben dem DNA-Gutachten vom Landeskriminalamt zu dem schwarzen Tuch ein zweites Gutachten zur DNA-Probe an einer sichergestellten Taschenlampe fehlt. Der Verteidiger jedoch zweifelte die Beweiskraft der DNA-Analysen generell an, da es sich um Mischspuren handele, die verschiedene Menschen hinterlassen hätten.