Gleich zwei Chancen hat der Landkreis Ludwigsburg auf Gartenschauen in den Jahren 2031 bis 2036. Neben dem Duo Benningen und Marbach, das gemeinsam eine Gartenschau ausrichten will, versucht auch die Barockstadt selbst erneut den Zuschlag zu erhalten. Dabei sind die drei Gemeinden aber nicht allein. Insgesamt 17 Bewerbungen von Städten und Gemeinden für solche Großereignisse sind beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bis zum Stichtag eingegangen.

Bei der Vergabe wird grundsätzlich unterschieden zwischen Landesgartenschau und Gartenschau. Eine Landesgartenschau ist eher für größere, eine Gartenschau eher für kleinere Kommunen zugeschnitten. Die größere muss fünf bis sechs Monate, die kleine Variante drei bis vier Monate dauern. Bei Landesgartenschauen sollte die Fläche laut Ministerium mindestens zehn bis 15 Hektar umfassen. Die schauen finden im jährlichen Wechsel statt.

Was Ludwigsburg plant

Die Barockstadt hatte sich schon 2018 beworben mit dem Plan ein großflächiges grünes „U“ anzulegen, bei dem neben Blüba und Bärenwiese auch die Stadtteile und der Neckar eingebunden werden sollen. Damals war Bestandteil auch die Überdeckelung der B 27. Dieser Deckel ist bei der aktuellen Bewerbung nur ein Zusatzelement, dass nur bei entsprechendem Geldsegen (Kosten 150 Millionen Euro) von Bund und Land Bestandteil der Schau werden soll. Die Stadt visiert nun 2034 als Austragungszeitpunkt an.

Sollte der B-27-Deckel doch noch kommen, würden 400 neue Bäume auf 40 000 Quadratmetern eines grünen Stadtboulevards entstehen. Die Vorbereitung der Gartenschau kostet die Stadt rund 12,5 Millionen Euro, davon soll gut die Hälfte durch Zuschüsse finanziert werden. Weitere zwölf Millionen Euro fallen für die Umsetzung an, durch Eintrittsgelder und Sponsoring sollen zehn Millionen Euro wieder herein kommen. Man rechnet mit 1,3 Millionen Besucher.

Marbach und Benningen im Team

Schon 2033 wollen Marbach und Benningen gemeinsam eine Gartenschau ausrichten. Der Literaturpark und die Benninger Auenlandschaft sollen das Herzstück der Ausstellungsflächen darstellen. In Kombination mit der historischen Marbacher Altstadt und dem sie umgebenden Ringgarten, dem historischen Benninger Ortskern und dem Thema Römer im neuen Römerpark, ergibt sich laut Konzept ein ortsbezogenes, einzigartiges und abgerundetes Ausstellungskonzept. Der Neckar und das Thema Wasser sollen dabei eine zentrale Rolle spielen. Als Bindeglied zwischen den gegenüberliegenden Orten soll der Fluss während der Gartenschauzeit mit Veranstaltungsbühnen und verschiedensten Taxi- und Veranstaltungsbooten belebt werden. Laut Bewerbungsunterlagen würden die Daueranlagen Benningen 7,1 Millionen Euro und Marbach 12 Millionen Euro kosten. Das ist aber nur ein Teil der zu erwartenden Aufwendungen. Insgesamt sollen die Kosten bei mehr als 30 Millionen Euro liegen.

Ob die drei Gemeinden im Landkreis den Zuschlag erhalten, entscheidet sich im Sommer 2020. Dann soll der Ministerrat nach dem Besuch der Bewerberstädte durch eine Fachkommission über den Zuschlag für die jeweils drei zu vergebenden Gartenschauen und Landesgartenschauen entscheiden.

Vaihingen ist 2029 am Zug

Den Zuschlag für die Ausrichtung einer Gartenschau hat dagegen schon Vaihingen. 2029, pünktlich zum 1250-Jahr-Jubiläum der Stadt findet auf 14 Hektar die Gartenschau statt. Die Enz spielt im Konzept eine zentrale Rolle. Unter anderem soll im Bereich des Egelsee-Sportplatzes ein neuer Stadtstrand entstehen: die Enzterrassen. Auf einer Länge von etwa 80 Metern soll das Enzufer abgeflacht und zugänglich gemacht werden. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Enztalradweg, der einen neuen Verlauf bekommen soll.

Die Daueranlage soll 18,5 Millionen Euro kosten, flankierende Maßnahmen etwa 5 Millionen Euro und die Durchführungskosten werden im Konzept mit 6 bis 7 Millionen Euro angegeben. Vaihingen rechnet mit 750 000 Besuchern.