Das Projekt "ILEK" soll dabei helfen, die Weinbergsteillagen über den Enzschlingen zukunftsfähig machen. Denn sie prägten das Landschaftsbild von Mühlhausen bis zum Steinbruch am Ortsrand in Roßwag, seien Kulturgut und Lebensraum zugleich und ökologisch von unschätzbarem Wert, so eine Mitteilung.

Das Wort "ILEK" steht hierbei als Abkürzung für "Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept". Mit diesem Projekt soll dazu beigetragen werden, diese Kulturlandschaft mit ihren steilen Rebhängen vor weiterer Verbuschung zu bewahren, heißt es in der Mitteilung weiter. Damit sei verbunden, die Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen zu erhalten, einen wirtschaftlichen Mehrwert durch touristische Angebote zu generieren und den ansässigen Weinbauern die Voraussetzungen für nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Parzellen zu verbessern.

Diese Vorhaben stellte Kerstin Schlange, Leiterin des Projekts Enztalschlingen, bei der Informationsveranstaltung in der Festhalle Roßwag den Bürgern vor. Sie betreut das Projekt "ILEK" in den nächsten zwei Jahren. Die Besonderheiten im Gebiet Enzschlingen seien die seit dem zehnten Jahrhundert nachgewiesenen terrassierten Steillagen. Allein auf Roßwager Gemarkung seien das rund 30 000 Meter Trockenmauern und unzählige Stäffele. Im Bereich der Mühlhäuser Halde komme noch die Ausweisung des Naturschutzgebiets Felsengärten hinzu, so Mathias Güthler vom Ludwigsburger Büro "Ökologie·Planung·Forschung".

Außderdem stelle dieses Landschaftsbild ein touristisches Alleinstellungsmerkmal dar und der Weinbau finde dort auf "schwierigem Terrain" statt mit vergleichbar schlechter Rendite. Doch ohne diese Bewirtschaftung drohe dort Verbuschung und es entstehe Wald, der die Weinberge immer weiter zurückdränge, so Güthler.

Gute Beispiele seien das Roßwager Projekt des "Wengerters auf Zeit", wo unter fachkundiger Anleitung die Pflege eines Weinjahrgangs durchexerziert werde, oder auf Mühlhäuser Gemarkung die Trockenmauerkurse, die der Mühlacker Umweltbildungsverein "Araneus" regelmäßig anbiete.

Aktuell werde ein Leitbild für das Gebiet samt Leuchtturmprojekten erarbeitet, um die Vorstellungen Anfang 2016 der Öffentlichkeit vorzustellen, so die Projektleiter am Abend der Infoveranstaltung.

Zirka 70 Bürger besuchten die Infoveranstaltung in der Festhalle Roßwag. Hans Schmid aus Roßwag regte an, auch die Enzauen bei den Planungen einzubeziehen. Ziel sollte sein, in diesem Bereich wieder Störche anzusiedeln. Was der Mühlacker Bürgermeister Winfried Abicht für "gar nicht so abwegig hielt", denn erst am Abend zuvor habe er fünf beobachtet, die auf den Masten beim Lomersheimer Sportplatz eine Ruhepause eingelegt hätten, so die Mitteilung.