wahlkreis:Vaihingen (13) FDP-Kandidat Roland Zitzmann zeigt sich heimatverbunden auf Vaihinger Markt

Roland Zitzmann (links) auf dem Vaihinger Marktplatz, seinem Lieblingsort. Das Bild zeigt den FDP-Kandidaten für die Landtagswahl auf dem Samstagsmarkt beim Kauf von Pastinaken und anderem Gemüse bei Thomas Fladerer.
Roland Zitzmann (links) auf dem Vaihinger Marktplatz, seinem Lieblingsort. Das Bild zeigt den FDP-Kandidaten für die Landtagswahl auf dem Samstagsmarkt beim Kauf von Pastinaken und anderem Gemüse bei Thomas Fladerer. © Foto: Martin Kalb
Vaihingen / MICHAELA GLEMSER 15.02.2016
Auf dem historischen Marktplatz in Vaihingen fühlt sich Roland Zitzmann aus dem Stadtteil Aurich wohl. Der Ortsverbands-Vorsitzende der FDP tritt in seinem Heimatwahlkreis bei der Landtagswahl an.

Die Antwort auf die Frage nach seinem Lieblingsort in seinem Wahlkreis fällt Roland Zitzmann leicht. "Ich besuche fast jeden Samstag den Wochenmarkt auf dem Vaihinger Marktplatz." Einerseits sei es ihm wichtig, mit seinem Einkauf die lokalen und regionalen Anbieter zu stärken, andererseits treffe er auf dem Markt viele Menschen, mit denen er ins Gespräch komme. "Das ist einfach eine schöne Atmosphäre."

Die Nahversorgung vor Ort zu sichern, ist dem Vorsitzenden des FDP-Ortsverbands Vaihingen-Stromberg und stellvertretendem Kreisvorsitzenden eine Herzensangelegenheit. "Es kommt dabei aber nicht nur auf Läden und Geschäfte des täglichen Bedarfs an, in jedem Ort sollte es außerdem auch einen Arzt geben." Doch dafür müsse sich am Abrechnungs- und Vergütungssystem der Mediziner etwas ändern, damit es für die Ärzte wieder attraktiv werde, sich auf dem Land niederzulassen. "Ein Landarzt muss von seinem Einkommen auch leben können", sagt Zitzmann.

Vor gut zehn Jahren begann der Auricher, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. "Ich habe mich schon immer gerne für andere stark gemacht und wollte Projekte in meiner Heimatstadt voranbringen." Allerdings wolle er sich nicht der Meinung einer Fraktion beugen, sondern auch das sagen und entscheiden dürfen, was er selbst für richtig erachte. "Daher habe ich mich damals auch bewusst für einen Eintritt in die FDP entschieden, da die beiden Grundzüge der Partei, Freiheit und Selbstbestimmung, auch mein Leben und meine Haltung immer bestimmt haben", erklärt Zitzmann.

Er sagt, diese Freiheit der eigenen Entscheidung wünsche er sich auch für die Schüler und Eltern in Baden-Württemberg. "Der Schulfrieden' muss in unserem Land wiederhergestellt werden. Es muss gleiche und verlässliche Rahmenbedingungen für alle Schultypen geben, unter denen die Schüler und Eltern frei wählen können." Die Gemeinschaftsschule dürfe anderen Schulformen nicht die Grundlage entziehen. Es komme darauf an, dass sich die Vertreter der Kommunen mit den Verantwortlichen der Schulen zusammensetzen. Die Gemeinden sollten entscheiden, welche Schulform vor Ort eine Zukunft habe. "Ich halte wenig davon, bestimmte Schulformen von oben herab festzusetzen. Jeder Schüler sollte die für sich beste Fördermöglichkeit finden können. Manche sind in der offenen Ganztagsschule genau richtig, andere nutzen am Nachmittag lieber Angebot der Vereine und Organisationen in den Gemeinden", erläutert der Familienvater von drei Kindern.

Zitzmann treibt das Thema "Verkehr" um. "Natürlich ist dies gerade in Vaihingen bedeutend, denn an der Bundesstraße B 10 und der Umfahrung vom Stadtteil Enzweihingen muss sich dringend etwas tun. Die Bürger haben entschieden, jetzt ist es Zeit, endlich die Verwirklichung anzugehen." Aber auch die digitale Infrastruktur und der Ausbau der Breitbandversorgung müssten vorankommen. "Es kann nicht sein, dass manche Landwirte ihre Anträge im Internet nicht stellen können, weil ihre Verbindung so langsam ist", sagt der Fuhrparkmanager mit Regionalverantwortung für die Aus- und Weiterbildung von Berufskraftfahrern.

Seiner Ansicht nach hat die aktuelle grün-rote Landesregierung bereits zu viel Geld in die Energiewende hineingesteckt. "Es ist doch offensichtlich, dass in Baden-Württemberg zu wenig Wind herrscht. Statt den Ausbau der Windräder in unserem Land zu forcieren, sollten lieber nötige Stromtrassen verlegt und Kooperationen mit Nachbarländern eingegangen werden. Ich wünschte, in der Politik gäbe es mehr Offenheit und Ehrlichkeit, sich solche Fehlentscheidungen auch eingestehen zu können", sagt Zitzmann.

Komplettes Versagen wirft er Bundes- wie Landesregierung auch in der Asyl- und Flüchtlingspolitik vor. "Dies ist bei den Wählern schon das Schwerpunktthema und wird ausschlaggebend für den Wahlausgang sein. Ich kann die Ängste in der Bevölkerung teilweise nachvollziehen. Wir müssen wissen, wer überhaupt in unserem Land ist." Es gelte, die EU-Außengrenze ohne Schießbefehl zu sichern. "Es bringt nur Probleme, die deutsche Außengrenze zu schließen, denn davon wären auch die Bürgerschaft und vor allem die Wirtschaft betroffen." Er bemühe sich auch in seinem Beruf um die bessere Integration von Flüchtlingen und habe für sie eigens einen Ausbildungsplan erstellt, dessen Basis das Erlernen der deutschen Sprache und Kultur ist.

Info In loser Folge porträtiert die BZ Landtagskandidaten der Wahlkreise Bietigheim-Bissingen und Vaihingen an ihrem Lieblingsort.

Positionen

Thema Asyl: Wie lässt sich der Druck von Landkreis und Kommunen nehmen? Roland Zitzmann: "Frau Merkel muss die EU zu einer gemeinsamen Lösung bewegen, oder sie muss zu einer verlässlichen Anwendung des Dublin III-Abkommens zurück, das sie selbst außer Kraft gesetzt hat. Dann müssten die Flüchtlinge zunächst dort bleiben, wo sie in die EU eingereist sind."

Thema Asyl: Was kann das Land tun? Zitzmann: "Das Land muss Bewerber ohne echten Asylgrund konsequenter abschieben. Zudem müssen die Bildungs- und Berufsabschlüsse schon in den Landes-Erstaufnahmestellen erfasst werden, damit die Kommunen bei Flüchtlingen mit guter Bleibeperspektive sofort mit ganzer Energie in die Integrationsarbeit starten können."

Außer Asyl: Was ist ansonsten Ihr wichtigstes landespolitisches Ziel? Zitzmann: "An oberster Stelle steht für mich ein ,Schulfrieden' im Sinne einer parteiübergreifenden Einigung über die Zukunft unserer Bildungslandschaft. Schüler, Eltern, Lehrer und Kommunen brauchen endlich Planungssicherheit und Ruhe zum Lernen anstatt andauernder Strukturreformen."

Wie wollen Sie dies erreichen? Zitzmann: "Die FDP hat dazu ein Konzept vorgelegt und erste Gespräche mit SPD und Grünen geführt. Die CDU lehnte das bisher ab. Wir wollen den Schulen vor Ort mehr Entscheidungsfreiheiten geben und fordern eine gleiche Mittelzuweisung an alle Schultypen anstatt der grün-roten Bevorzugung der Gemeinschaftsschulen."

Zwei weitere Ziele, die Ihnen für die Landespolitik wichtig sind? Zitzmann: "Erstens setze ich mich für die von der FDP geplanten Investitionen von einer Milliarde Euro zusätzlich in die Landesstraßen und ins Breitband-Internet ein, haushaltsschonend finanziert mit Geld der Landesstiftung. Zweitens muss der Bürokratieaufbau aufhören - von der Landesbauordnung bis zu den eigentumsfeindlichen Gängelungen der Land- und Forstwirtschaft."

Warum soll man Sie wählen? Zitzmann: "Weil unser Wahlkreis mit einem weiteren bürgerlichen Abgeordneten deutlich besser vertreten wäre. Mein Schwerpunkt im Landtag wäre definitiv die konkrete Arbeit für den Wahlkreis."

 

Person

Name: Roland Zitzmann

Alter: 51 Jahre

Wohnort: Vaihingen-Aurich, bald Horrheim

Hobbys: Natur - hat eigenen Bach gepachtet, besitz einen Gartenteich; stellt selbst Marmelade, Senf und Essig her

Beruf: gelernter Landschaftsgärtner, arbeitet heute als Fuhrparkmanager

Familienstand: verheiratet, zwei Söhne, eine Tochter

Lieblingsfilm: "Steiner-Das Eiserne Kreuz", Kriegsfilm von 1977. "Feldwebel Steiner ist ein Mensch wie ich. Er kämpft für die Schwachen und bietet den Vorgesetzten die Stirn."

Lieblingsbuch: Tierbücher über Fische "Ich habe einen Gartenteich zuhause, in dem sich auch seltene Fischarten wohlfühlen."

Lieblingslied: "Über sieben Brücken musst du gehen" von Peter Maffay. "Jeder muss in seinem Leben immer wieder Brücken schlagen, beruflich und privat, um vorwärts zu kommen."

 

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