Gericht Fahrerjob ganz ohne Führerschein

Ludwigsburg / Von Heike Rommel 19.06.2018

Eine Fahrerstelle ohne Führerschein anzutreten, das halbe Dach eines Transporters abzustreifen und das Fahrzeug dann einfach stehen zu lassen, das war im Falle eines 26-jährigen Kornwestheimers vor dem Ludwigsburger Amtsgericht schon ein starkes Stück. Der Dauer-Häftling ist nun wieder drin in der Justizvollzugsanstalt und bekam für sein Fehlverahlten in Kornwestheim noch fünf Monate Haft plus zwei Jahre Sperre für die Fahrerlaubnis drauf gesetzt.

Der 14-fach, in erster Linie wegen Betrugstaten, aber auch schon dreimal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis vorbestrafte Mann zeigte sich vor Gericht geständig. Viel anderes blieb ihm auch nicht übrig, denn er wurde zur Tatzeit am 16. November vergangenen Jahres gegen 17 Uhr sowieso schon von der Polizei gesucht. An diesem Tag sollte er nach Polizeiangaben einen Transporter seines Arbeitgebers nach Stuttgart bringen.

Der Chef hatte sich bei der Einstellung des Angeklagten, so sagte ein Polizeibeamter im Zeugenstand, nicht allzu viel zeigen lassen. Der Mann sei dem Firmeninhaber von einem seiner Mitarbeiter als Fahrer empfohlen worden. Sonntagabends hätte der Chef dann auf einmal auf dem Revier gestanden und Anzeige wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort erstatten wollen. Mit einem Foto von dem beschädigten, in der Stammheimer Straße abgestellten Transporter, das über WhatsApp gekommen sei. Dass die Kommunikation dann abgebrochen wurde, lag nach den Angaben des Polizeibeamten wohl daran, dass der Kornwestheimer von einer Pforzheimer Fahndungseinheit verhaftet wurde.

Transporterdach abgerissen

Der Angeklagte selber gab an, er sei mit dem Dach des Transporters gegen eine „Brücke oder einen Durchlass“ gefahren und hätte bei dieser Fahrt unter Drogeneinfluss gestanden. Im Moment befindet sich der Mann wegen zweier Strafen aus Ludwigsburg und Pforzheim, die er bis Januar noch absitzen muss, in der Justizvollzugsanstalt Rottenburg. Danach kommt er in Untersuchungshaft, weil zwei weitere Strafprozesse anstehen.

Zu seiner Motivation führte der geschiedene Mann an, er hätte seit 2012 im Gefängnis gesessen und nach seiner Flucht im Jahr 2016 eine Frau kennengelernt, die ihn in ihre Wohnung aufgenommen hätte. Wegen dieser Frau hätte er den Mist mit dem Fahrerjob überhaupt erst gebaut.

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