Seit 2013 ist die Verwendung von Sozialen Netzwerken zur Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern zu Unterrichtszwecken in Baden-Württemberg verboten. So legt es eine Handreichung des Kultusministeriums fest. Davon betroffen ist die "dienstliche Verarbeitung personenbezogener Daten". Ein ähnliches Verbot folgte 2014 für die Kommunikationsplattform WhatsApp. WhatsApp ermöglicht Besitzern eines internetfähigen Handys den Austausch von Nachrichten. Grund für die Verbote ist, dass beispielsweise Facebook seinen Firmensitz in den USA hat - und die dortigen Datenschutzstandards nicht mit dem deutschen Recht in Einklang stehen.

In manchen Fällen ist jedoch kaum ersichtlich, was privat und was dienstlich ist. Da stellt sich zum Beispiel die Frage, ob es generell erlaubt ist, wenn Lehrer sich mit Schülern auf Facebook "anfreunden". Dieser Status ist für manche Formen der Kommunikation bei Facebook Voraussetzung. In Gruppen ist allerdings ein Austausch möglich, ohne dass die Mitglieder miteinander "befreundet" sind.

Schulleiter Steffen Prill vom Alfred-Amann-Gymnasium in Bönnigheim hat das Verbot in einer Gesamtlehrerkonferenz mit seinem Lehrpersonal besprochen. Auch für Prill ist es schwierig, eine Trennlinie zu ziehen: "In private Belange kann man sich nicht einmischen." Zum Beispiel, wenn ein Verwandtschaftsverhältnis bestehe.

Claus Stöckle, Rektor der Realschule im Aurain in Bietigheim-Bissingen, sagt: "Die Nutzung von Facebook und WhatsApp in der Schule ist grundsätzlich nicht förderlich." Das betrifft für ihn auch die private Kommunikation unter Lehrkräften und Schülern. "Gerade ab einem Alter von 14 Jahren kann es da Schwierigkeiten geben. Den Kollegen ist klar, dass der private Austausch nicht gewollt ist", erklärt der Rektor. Zwar findet Stöckle geschlossene, kleine Gruppen auf Facebook sinnvoll für den Austausch rund um den Unterricht. In der Praxis würde das jedoch oft nicht funktionieren, unter anderem, weil die Gruppen schnell zu groß würden, so der Rektor abschließend.

Facebook und WhatsApp haben grundsätzlich betrachtet den Vorteil, dass die Plattformen sowieso von vielen Schülern genutzt werden, nicht zuletzt um sich etwa über Hausaufgaben auszutauschen. So ergab eine Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest von 2014, dass Jugendliche für das Erledigen schulischer Aufgaben rund 51 Minuten am Tag das Internet nutzen.

An der Werkrealschule im Sand wurde der Einsatz von sozialen Netzwerken direkt nach der Handreichung gestoppt. Im dringenden Bedarfsfall könne eine Ausnahme gemacht werden, erklärt Schulleiterin Jso Steigelmann. Dazu zählt sie kurzfristige Absagen und dringende Erinnerungen per WhatsApp.

Was die private Nutzung von Sozialen Netzwerken betrifft, hat die Rektorin eine eindeutige Meinung: "Es gibt keine private Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern, das liegt in der Natur der Sache. Solange beide noch an der Schule sind, besteht immer ein Dienstverhältnis. Schüler sind Schutzbefohlene."