Gericht Ex-Freund hackt Handy

Ludwigsburg/Freiberg / Heike Rommel 24.08.2018

Das Ludwigsburger Amtsgericht hat ein Strafverfahren gegen eine 53-jährige Frau aus Freiberg eingestellt. Die Beschuldigte war von ihrem Ex-Freund angezeigt worden, gegen welchen ein Ordnungsgeld von 300 Euro ersatzweise sechs Tage Ordnungshaft verhängt wurde, weil er trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht zur Strafgerichtsverhandlung erschienen ist.

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft legte der angeklagten Freibergerin zur Last, sich zwischen dem  20. September und dem 1. Oktober des vergangenen Jahres mit ihrem Laptop ohne zu rechtfertigenden Grund in den Facebook-Account des Ex-Freundes eingeloggt zu haben. Die Frau behauptete aber das Gegenteil: Nicht sie hätte Fotos von einem Festival an rund 6200 neu gewonnene Facebook-Freunde gepostet, sondern ihr Ex-Freund.

Handy gehackt

700 Euro sollte die Angeklagte bezahlen, nachdem sie ihr Ex-Freund bei der Polizei angezeigt hatte und ihr ein dementsprechender Strafbefehl ins Haus geflattert war. Diesen Betrag wurde sie mit einem Einspruch gegen den Strafbefehl wieder los. Denn sie konnte vor Gericht ohne Rechtsanwalt einigermaßen glaubhaft machen, dass ihr Ex-Freund ihre Passwörter kannte. Dieser hätte ihr „Handy gehackt“  und sie bezahle zum Dank dafür jetzt dessen  Internet-Anschluss.

Dass der Facebook-Account verändert wurde, konnte ein Beamter der Kriminalpolizei im Zeugenstand bestätigen. Der Ex-Freund und Anzeigenerstatter dachte gar nicht daran, nach seiner Strafanzeige auf Datenveränderung in den Zeugenstand zu treten. Dafür wird nun er mit Ordnungsgeld oder Ordnungshaft belegt, während die Beschuldige ihre 700 Euro Strafe wieder los geworden ist. Nach Überzeugung des Gerichts war der Hickhack mit dem Fotos posten das Ergebnis einer „böse ausgegangenen Beziehung“.

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