Ingersheim Erste Kontakte sind schon geknüpft

Der neue Großingersheimer Pfarrer  Ingo Gerhard Walter entschloss sich in einer kalten Nacht, Seelsorger zu werden. 
Der neue Großingersheimer Pfarrer  Ingo Gerhard Walter entschloss sich in einer kalten Nacht, Seelsorger zu werden.  © Foto: MARTIN KALB
Ingersheim / Günther Jungnickl 10.11.2018

Der neue Ingersheimer Pfarrer Ingo G. Walter will eine gute Figur bei seiner ersten Predigt abgeben. Schließlich ist der erste Eindruck meistens ein bleibender. „Deshalb“, so gesteht er, „verspüre ich schon eine gewisse Spannung“. Zwar sei die  sonntägliche Predigt noch nicht fertig, doch über das Thema „aus dem Buch Hiob“ (Über Freud und Leid) habe er auch schon nachgedacht und dabei beschlossen, dass trotzdem nicht alles in Tristesse versinken darf. Das traut man ihm aber auch nicht zu, weil dieser Pfarrer einfach einen zu lebensnahen  Eindruck macht.

Wie ist er eigentlich auf die Idee gekommen, partout Pfarrer zu werden? Dazu fällt ihm  der 2. Januar 1990 ein, als die Familie in Pleidelsheim (wo er aufgewachsen ist) den 80. Geburtstag seines Opas feierte. Er ging damals in die zwölfte Klasse des Bietigheimer Ellentalgymnasiums, wollte an diesem Abend ein wenig Luft schnappen, ging nach draußen und die seltsame Atmosphäre dieser kalten Nacht brachte ihn zum Entschluss, auf alle Fälle Seelsorger zu werden. Wesentlichen Anteil hatte aber wohl auch der damalige Pfarrer der Pleidelsheimer Mauritiuskirche, der seine Religiosität wesentlich mitgeprägt habe.

Sich in der Praxis beweisen

Deshalb bewarb der junge Mann sich nach dem Abitur am evangelischen Stift in Tübingen um einen Studienplatz, setzte später sein Studium an der Uni Heidelberg fort und war bereits nach fünf Jahren damit fertig, obwohl er während der Semesterferien in der Regel gearbeitet hatte. Es folgte das Vikariat in der hohenlohischen 2000-Seelen-Gemeinde Weißbach-Chrispenhofen, bevor er nach bestandener Dienstprüfung ein vierjähriges seelsorgerisches Zwischenspiel als „Pfarrer zur Dienstaushilfe“ (PDA) an der Ludwigsburger Stadtkirche einlegte. Alles diente dem einzigen Zweck: Sich auch in der Praxis zu beweisen.

Dann bewarb er sich  auf die vakante Pfarrstelle in Weißbach-Chrispenhofen, die er  2008  antrat und traf auf seinem Stellvertreter im Kirchengemeinderat, den Architekten Bernd Pfau, einen Mann, der seine  Entwicklung mitgeprägt hat.  Ein „Multitalent“, das nicht nur mehrere Instrumente spielte, sondern auch über ein festgefügtes Weltbild verfügte – ganz nach Walters Geschmack.

Der neue Großingersheimer Pfarrer brachte sich in jungen Jahren selbst das Gitarrenspielen bei und lernte über die Gitarre auch seine heutige Ehefrau Elke kennen und frönt längst auch dem Chorgesang. Zudem ist er auch seit mehr als 25 Jahren Mitglied im Deutschen Alpenverein (DAV) und klettert zusammen mit  Ehefrau Elke gern in den Dolomiten. Als Töchterchen Lena vor fünf Jahren geboren wurde, war es erst einmal mit der Kletterei vorbei. Schließlich wollte sich Ehefrau Elke Walter, die zwischendurch zur Bankbetriebswirtin bei der W&W-AG (Früher GdF Wüstenrot) qualifiziert wurde, zumindest halbtags ausschließlich dem Kind widmen.

Hilfreich war es für Pfarrer Walter, dass Vorgänger Michael Harr bei seiner Verabschiedung in der Martinskirche seine Gemeinde vorbereitet hatte,  dass der „Neue“ vermutlich auch „einiges anders“ machen werde, erzählt er. Längst hat sein Nachfolger seit seinem Amtsantritt am 1. November auch zu seinen Kirchengemeinderäten und  Bürgermeister Volker Godel Kontakt hergestellt.

Gelegenheiten, die Kirchengemeinde Großingersheim näher kennenzulernen, hätten sich auch schon geboten: Eine große Beerdigung, beim  Religionsunterricht an der Schillerschule und beim Konfirmandenunterricht. „Doch die Sonntagsgottesdienste vereint alle“, sagt  Ingo G. Walter.

Amtseinsetzung am Sonntag

Der Festgottesdienst zum Empfang von Ingo Gerhard Walter beginnt um 9.30 Uhr in der Großingersheimer Martinskirche; die  Amtseinsetzung wird  von Dekan Eberhard Feucht vorgenommen. Im Anschluss daran wird ab zirka 11 Uhr die Familie Walter durch offizielle Begrüßungsreden im evangelischen Gemeindehaus beim Willkommens-Gemeindefest begrüßt. Das gemeinsame  Mittagessen bietet die Möglichkeit zum persönlichen Kennenlernen. nick

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