Ingersheim / JÖRG PALITZSCH Ein Koordinator für das Ehrenamt, ein Haus der Begegnung und vernetzte Hilfsangebote stehen bei den Ingersheimern an erster Stelle auf dem Weg zu einer familienfreundlichen Gemeinde.

Vor der Sommerpause fanden sich in der Ingersheimer SKV-Halle rund 50 Bürger in einer Zukunftswerkstatt zusammen. Im Rahmen der Teilnahme am Managementverfahren "Familienfreundliche, bürgeraktive und deografiesensible Kommune" der Familienforschung Baden-Württemberg ging man in der "Zukunftswerkstatt" unter anderen den Fragen nach, was die Lebensqualität in Ingersheim ausmacht, was generationengerecht ist und wie ein dauerhaft attraktives Umfeld aussehen kann. Auf rund 30 Seiten wurden die Ergebnisse und Eindrücke der Veranstaltung zusammengefasst und jetzt veröffentlicht.

In einer ersten Bestandsaufnahme wurden zunächst die Stärken und Schwächen in der Gemeinde aufgelistet. Ein Plus erhielt unter anderem das rege Vereinsleben im Ort, die aktiven Senioren, das gut ausgebaute Angebot der Kinderbetreuung, die saubere Umwelt - und das Windrad.

Auf der Negativliste finden sich Themen wie die mangelnde Versorgung in Kleiningersheim - dort gibt es zum Beispiel keine Einkaufsmöglichkeiten - das Fehlen eines belebten Ortszentrums, dass die Neubürger nicht empfangen werden, ein zögerliches Agieren des Gemeinderates und - der Klassiker - eine hohe Verkehrsbelastung und zu wenig Parkplätze.

Auf einer Ideenliste verzeichneten die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt dann mehr als 60 Vorschläge, mit denen man die Gemeinde attraktiver machen kann. Die Ideensammlung reicht von Wohnkonzepten für generationsübergreifendes Leben bis zur Stärkung des "Wir-Gefühls". Vorgeschlagen wurden Bürgergenossenschaften, Lesepaten, ein Seniorenrat, ein Mobilitätskonzept, Ruhezonen im Ort, schnelles Internet und eine Verbesserung des ÖPNV.

Um die zahlreichen Vorschläge zu kanalisieren, beschäftigten sich anschließend drei Arbeitsgruppen damit, welches die nächsten wichtigen Schritte sind, wer dies leisten soll und was vordringlich ist. Dazu diente ein Punktesystem, das deutlich macht, wo der Schuh in der Gemeinde drückt. In der Arbeitsgruppe "Jung und Alt gemeinsam aktiv" steht an erster Stelle ein hauptamtlicher Koordinator für die ehrenamtliche Arbeit, gefolgt von einem "Runden Tisch", um die einzelnen Gruppen zu vernetzen. In der Arbeitsgruppe B steht ein Haus der Begegnungen ganz oben, einzurichten eventuell in der SKV-Halle, im leerstehenden "Ochsen" oder der Alten Kelter. Ein "Marktplatz der Hilfs- und Dienstleistungen" findet sich bei Gruppe C, "Gut versorgt in Ingersheim", an erster Stelle, gefolgt von einem Wochenmarkt.

Und wie geht es weiter? Eine Projektgruppe erarbeitet derzeit ein Handlungskonzept für Ingersheim, über das dann der Gemeinderat voraussichtlich im Spätherbst entscheiden wird. Im nächsten Jahr sollen dann in einer Veranstaltung der Bürgerschaft die Ergebnisse präsentiert und gemeinsam umgesetzt werden.

Die komplette Dokumentation der Zukunftswerkstatt steht als PDF zum Download bereit.

Erste Projektidee wird umgesetzt: Kuchen aus dem Backhaus

Eine Projektidee wird bereits am Samstag. 8. November, umgesetzt - dann wird das Backhaus in der Marktstraße angeheizt. Morgens um 8 Uhr wird der Ofen angezündet und die ersten Kuchen eingeschossen. Nach einem eventuellen Nachheizen folgen dann die Brote. Dabei soll das Miteinander nicht zu kurz kommen und gefachsimpelt werden. Auch über die ersten Ergebnisse der Zukunftswerkstatt. Es stehen Sitzgelegenheiten und etwas zu trinken bereit. Um eine Voranmeldung wird gebeten. Telefonisch bei Carolin Breitenöder unter der Nummer (07142) 97 45 14 oder per Mail: carolin.breitenoeder@ingersheim.de.