Kreis Ludwigsburg Erst fragen, dann knipsen

Für das Fotografieren im Freibad gibt es keine gesetzliche Regelung. Wenn der Fotografierte zustimmt, wie hier im Badepark Ellental, dann gibt‘s keine Probleme.
Für das Fotografieren im Freibad gibt es keine gesetzliche Regelung. Wenn der Fotografierte zustimmt, wie hier im Badepark Ellental, dann gibt‘s keine Probleme. © Foto: Martin Kalb
Kreis Ludwigsburg / Sandra Bildmann 30.06.2018

Die Qualität der Handykameras wird immer besser und so mancher Nutzer drückt ziel- und zügellos ab. Wer in der Öffentlichkeit fotografiert, muss allerdings bestimmten Richtlinien folgen. Gerade in Badeanstalten ist das Thema besonders heikel. Wie gehen die Freibäder in Bietigheim-Bissingen, Bönnigheim und Sachsenheim damit um? Die BZ hat bei den zuständigen Betriebsleitern nachgefragt.

Keine gesetzliche Regelung

Zwei Mädchen nutzen den Duschbereich im Bönnigheimer Mineralfreibad. Sie haben ihr Smartphone dabei und fotografieren sich damit. Das könne selbstverständlich nicht geduldet werden, sagt Betriebsleiter Dietmar Schmid. Als Reaktion darauf wurde ein Piktogramm angebracht, das die Handynutzung in diesem Bereich untersagt. Gesetzlich ist das nicht geregelt. Darum sei es auch unmöglich, die generelle Handynutzung im Bad zu verbieten, so Schmid. Das möchte man aber auch gar nicht, denn Beschwerden gebe es kaum. Gravierende Fälle, bei denen sich Badegäste durch Fotografieren anderer Badbesucher belästigt gefühlt hätten, seien bisher nicht bekannt. Schmid hält es jedoch für möglich, dass unachtsamer Umgang mit dem Smartphone in Zukunft zum Problem werden könnte.

Nicht umsetzbar

Generell ist es erlaubt, in öffentlichen Badeanstalten zu fotografieren – wenn man sich auf sich selbst und die direkten Angehörigen beschränkt. „Es muss ausgeschlossen werden, dass jemand anderes abgebildet ist“, betont Thilo Dittmann, Bäderbetriebsleiter der Stadtwerke Bietigheim-Bissingen und damit zuständig für den Badepark Ellental. Genau das ist in der Haus- und Badeordnung des Freibads auch festgelegt. Rechtlich wären Streitereien zwar ein Fall zwischen den Betroffenen, dennoch könnte das Bad bei Missachtung der Regel von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Gast des Bades verweisen. Bisher seien im Badepark diesbezüglich keine Probleme bekannt, so Dittmann. Ein generelles Handyverbot wolle man nicht. Und selbst wenn, wäre es nicht umsetzbar, da das Bad hierfür eine Gewährleistung der Einhaltung bieten müsste. „Dafür fehlt jede rechtliche Grundlage“, sagt Dittmann.

Bisher keine Probleme

Dies bestätigt auch Andreas Kotzmann, Bäderbetriebsleiter der Stadt Sachsenheim. Sehe das Fotografierverhalten etwas verdächtig aus, gehe die Aufsichtsperson gezielt auf die Personen zu und spreche sie darauf an. Zu Beschwerden, weil sich Badegäste durch Fotografieren belästigt fühlten, sei es auch im Sachsenheimer Freibad bisher nicht gekommen. Belästigungen entständen eher durch laute Musik oder Verschmutzung, berichtet Kotzmann. Der Bäderbetriebsleiter hat beobachtet, dass mancher Badegast das Smartphone – seit es wasserdichte Geräte gibt – auch im Becken nutzen möchte. Das sei natürlich strengstens untersagt, so Kotzmann.

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