Eroberung nach dem Exil

knz 24.07.2018

Die Ulrichstraße verdankt ihrem Namen Herzog Ulrich von Württemberg, der es schaffte, mit Hilfe der Bauern 1534 und dem vom Landgrafen Philipp von Hessen, Württemberg wieder zurückzuerobern – und das zu einer Zeit, in der die Prunksucht für Württemberg immense Schulden verursachte und die arme Landbevölkerung um den Schlaf brachte.

Im zarten Alter von elf Jahren wurde der Bub 1498 von Kaiser Maximilian I. für volljährig erklärt. Die Familie war zerrüttet, sein Vater Heinrich, wegen Unberechenbarkeit meist hinter Gittern, war aus dem Land gejagt worden. Das adelige Söhnchen war roh, wild und zügellos und sah als junger Herzog unter den Fittichen eines Zwölferrats sein Privileg darin, stundenlang zu tafeln, bis er bald völlig verfettete. Seine Hochzeit mit der bayerischen Prinzessin Sabina, einer Nichte Maximilians, kostete so viel wie das ganze Land in einem Jahr erwirtschaftete. Nach fünf Jahren hatte die Gemahlin genug von dem Martyrium und floh zu ihrer Mutter.

1514 bekam er es mit den aufständischen Bauern des „Armen Konrad“ zu tun, die sich gegen seine Geldeintreibungen wehrten und für mehr Menschenrechte eintraten. Die Konsequenzen: Er ließ die rebellischen Bauern fangen und foltern und ihren Anführern öffentlich die Köpfe abschlagen. Ulrich trieb es noch weiter. Durch den Mord an Hans von Hutten, verfeindete er sich mit den Ständen und wurde 1516 vom Kaiser geächtet. Nach seiner Rückkehr 1534, die auch von den lutherisch gesinnten Bauern unterstützt wurde, führte Ulrich die Reformation ein.

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