Auszeichnung Engagement für biologische Vielfalt

Kreis Ludwigsburg / bz 09.11.2018

Bei der Siegerehrung zur Ackerwildkraut-Meisterschaft, die in den Landkreisen Heilbronn und Ludwigsburg stattfand, würdigten Landwirtschafts-Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, MdL, und Umwelt-Staatssekretär Dr. Andre Baumann im Landratsamt Ludwigsburg gemeinsam die fünf Gewinnerbetriebe. Nabu-Landesvorsitzender Johannes Enssle überreichte die vom Nabu gestifteten Preisgelder.

Mit insgesamt rund 1000 Euro wurden vier Landwirtschaftsbetriebe aus dem Landkreis Ludwigsburg ausgezeichnet – Andres Abrell (Korntal-Münchingen), Holger Jungclaussen (Vaihingen-Aurich), Swen Seemann (Vaihingen-Rieth), Joachim Leopold (Möglingen) sowie Ulrike und Tobias Ruchte (Güglingen, Landkreis Heilbronn) –, auf deren Weizen-, Dinkel- und Haferfeldern eine Vielzahl selten gewordener Wildkräuter wachsen, wie zum Beispiel Klatschmohn, Kornblume, Echter Frauenspiegel oder Acker-Frauenmantel.

Einen Sonderpreis erhielt ein Betrieb aus dem Landkreis Heilbronn, dessen Ackerfläche dem Acker-Rittersporn eine Heimat bietet. Die fünf Betriebe leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in der Feldflur, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes. Eine gut strukturierte Ackerwildkraut-Flora erfreue mit ihrer Farbenpracht nicht nur Erholungssuchende. Es profitieren auch zahlreiche Tierarten und hier vor allem Insekten sowie Feldvögel, wie Rebhuhn und Feldlerche. Organisiert hatten die diesjährige Ackerwildkraut-Meisterschaft das Regierungspräsidium Stuttgart und das Institut für Agrarökologie und Biodiversität in enger Zusammenarbeit mit den beiden vor Ort tätigen Landschaftserhaltungsverbänden Landkreis Heilbronn und Landkreis Ludwigsburg. Bis Anfang Juni konnten sich Landwirtschaftsbetriebe mit artenreichen Getreideäckern zur Teilnahme an der Meisterschaft anmelden. Die Flächen wurden danach von einer Fachjury mit Vertreter aus Landwirtschaft und Naturschutz bewertet. In die Bewertung sind neben dem ökologischen Aspekt der Artenvielfalt auch ackerbauliche Kriterien eingeflossen. So wurden zum Beispiel ertrags- und qualitätsrelevante Krankheiten am Getreide oder das Vorkommen konkurrenzstarker Problemkräuter, wie Acker-Kratzdistel oder Kletten-Labkraut, als wertmindernd mit berücksichtigt.

Nabu stiftet die Preise

Mit den Ackerwildkraut-Meisterschaften wird die Leistung von Landwirten honoriert, die wildkrautreiche Äcker bewirtschaften und so zur Erhaltung einer Feldflur mit seltenen und geschützten Arten beitragen. Die Ackerwildkraut-Meisterschaft findet unter der Leitung des Instituts für Agrarökologie und Biodiversität aus Mannheim statt und wird vom Land gefördert. Der Nabu Baden-Württemberg stiftete die Preise für die Gewinner der diesjährigen Ackerwildkraut-Meisterschaft.

Die Ackerwildkraut-Meisterschaften sind Bestandteil des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft investiert für 2018 und 2019 insgesamt 4 Millionen Euro zusätzlich, um gezielte Maßnahmen in der Kulturlandschaft umzusetzen zur Förderung von Lebensräumen und Arten. Das Sonderprogramm wird mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie dem Ministerium für Verkehr umgesetzt und hat ein Volumen von 36 Millionen Euro.

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