Markante Bauten Einst auf einem freien Feld

Der ganz aus Ziegel gebaute Altbau der Schillerschule in Großingersheim zählt zu den auffälligsten Gebäuden im Landkreis. Es war der erste Schulneubau nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der ganz aus Ziegel gebaute Altbau der Schillerschule in Großingersheim zählt zu den auffälligsten Gebäuden im Landkreis. Es war der erste Schulneubau nach dem Zweiten Weltkrieg. © Foto: Helmut Pangerl
Ingersheim / Jörg Palitzsch 01.12.2018

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann man im Jahr 1948 mit dem Bau der Schillerschule. Gegen den allgemeinen Widerstand in der Bürgerschaft entschlossen sich der damalige Bürgermeister Karl Braun und der Gemeinderat auf Drängen des Kultusministeriums, das Schulhaus in das freie Feld am Rande des Ortes zu stellen, ist in einem Beitrag in der Ortschronik von Gerhard Buhl, einst Rektor der Schule, nachzulesen. Denn nur dadurch sei es möglich gewesen, auf dem später erworbenen Gelände die Festhalle, den Sportplatz, einen Kindergarten und später auch die notwendige Erweiterung des Schulhauses unterzubringen.

Am 27. Juli 1949 wurde Richtfest gefeiert, Einweihung des markanten Baus mit seinen roten Backsteinen, an dem der junge Bietigheimer Architekt Claus Weyrosta beteiligt war, erfolgte am 30. April 1950.

In dem neuen Schulhaus konnten vier Klassenzimmer bezogen werden, ebenso ein Handarbeitssaal, eine Schulküche und ein Lehrerzimmer. In den Klassen saßen damals rund 50 Schüler. Ein weiterer Raum diente als Kindergarten. Die Baukosten betrugen rund 213 000 DM. Der Ingersheimer Backsteinbau mit seinen Arkadenbögen war der erste Schulhausneubau im Landkreis Ludwigsburg nach dem Zweiten Weltkrieg. Man war der Meinung, für Jahrzehnte hinaus ausreichend Schulraum zur Verfügung zu haben. Kein Mensch dachte daran, dass man nach zehn Jahren schon wieder Platzprobleme bekommen würde.

Die letzte Schulerweiterung wurde mit einer Einweihung im Dezember 2013 abgeschlossen. Der ursprüngliche Flachdachbau war niedrig, grau und dunkel. Die Baumaßnahme umfasste damals die Generalsanierung mit dem Umbau des an den Backsteinbau angeschlossenen Gebäudes, den Anbau von drei Verwaltungsräumen und den Einbau eines Ganztagsbereichs mit Mensa, Küche und zwei Betreuungsräumen, so dass die Schillerschule, eine Grundschule, künftig auch als Grundschule mit Ganztagsbetrieb geführt werden konnte.

Für die Kosten in Höhe von über fünf Millionen Euro erhielt die Kommune knapp eine halbe Million Euro aus der Schulbauförderung sowie knapp 100 000 Euro aus dem Förderprogramm „Chancen durch Bildung“ und weitere 80 000 Euro aus dem kommunalen Ausgleichsstock.

Das  Schulhaus  wurde als ortsbildprägendes Gebäude erhalten und einer „sanften Sanierung“ unterzogen. So verschloss man die Arkadenbögen mit Glasscheiben, nachts leuchten an den Bögen Lampen wie auf einer Ritterburg. Eine schöne Kulisse auch für Konzerte des Ingersheimer Blasorchesters.

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