Ludwigsburg Eine Hotline für Kuchenbäcker

Ute Marquart kümmert sich seit acht Jahren um die Kuchen-Hotline für die Vesperkirche in Ludwigsburg
Ute Marquart kümmert sich seit acht Jahren um die Kuchen-Hotline für die Vesperkirche in Ludwigsburg © Foto: Helmut Pangerl
Ludwigsburg / Von Frank Ruppert 04.01.2019

Wenn die Ludwigsburger Vesperkirche am 10. Februar in ihre zehnte Auflage startet sorgt Ute Marquart wieder für Süßes. Die Tammerin ist seit acht Jahren zuständig für die Kuchen-Hotline der Veranstaltung. „Jeden Tag kommen 500 Kunden, da brauchen wir täglich 40 Kuchen“, sagt Marquart. Da kommt sie ins Spiel. „Ich bekomme ein Handy gestellt, das die Kuchenspender anrufen können. Auf Listen vermerke ich dann wieviele Kuchen wir für den jeweiligen Tag einplanen können“, so Marquart. Das ist in drei Wochen Vesperkirche eine ganze Latte verschiedenster Kuchensorten.

Aber wie kommt man zu so einem ungewöhnlichen Ehrenamt? „Als ich aufgehört habe zu arbeiten, habe ich ein Ehrenamt gesucht und bin ich beim Café Vis à Vis gelandet, das ja mit der Vesperkirche zusammenhängt“, erklärt Marquart. Bei dem Treffpunkt laden Mitarbeiter der Sozial- und Lebensberatung der Diakonie sowie aus der Migrationsberatung wöchentlich in die Räume des Dekanats am Stadtkirchenplatz in Ludwigsburg ein. Aus der Mitarbeit bei Vis à Vis habe sich dann das Engagement bei der Vesperkirche ergeben.

Ab 1. Februar ist die Hotline offen und Marquart fast rund um die Uhr erreichbar: „Abends mache ich das Handy schon einmal aus, aber ich hatte auch schon Anrufe um 21 Uhr“, erklärt sie. Wer sie nicht sofort erreicht, kann eine Nachricht hinterlassen und erhält umgehend einen Rückruf und ab und an, so verrät die Tammerin, springt auch ihr Mann ein, wenn sie einen Termin hat. Ute Marquart ist glücklich mit ihrem Ehrenamt. Sie habe zwar vorher beruflich nichts mit Statistiken und Tabellen gemacht, als Selbstständige musste sie aber schon immer gut organisieren können. „Mir bereitet der Umgang mit Menschen einfach Freude“, sagt sie. Das beschränkt sich bei ihr längst nicht nur auf das Telefon. Sie macht auch mehrere Tage Dienst vor Ort bei der Vesperkirche und ist auch bei der Kuchenannahme oft zugegen.

„Wir steuern die Kuchensorten nicht“, sagt Marquart. Wer spenden will, soll nicht eingeschränkt werden. Sie verrät aber, dass Obst- und Käsekuchen besonders beliebt sind bei den Kunden. Es gehe darum, ihnen etwas zu geben, was sie nicht jeden Tag bekämen und für viele sei dies eben ein selbstgemachter frischer Kuchen. Grundsätzlich darf also jeder seinen Lieblingskuchen backen mit einigen Ausnahmen: Er sollte keinen Alkohol enthalten und nicht mit Sahne gemacht sein. „Alle Kuchen müssen im Backofen gewesen sein“, präzisiert Marquart. Der Grund ist ganz einfach: Man könne nicht für eine lückenlose Kühlkette garantieren.

Wer spenden will kann sich in der Regel sogar den Tag aussuchen. Wer flexibel ist, macht Marquart natürlich die Planung einfacher. „Wichtig ist auf jeden Fall die Anmeldung damit wir planen können und am Ende nicht sogar zu viele Kuchen haben“, erklärt die Hotline-Chefin. Ganz wichtig ist auch ihre „Feuerwehr-Liste“, da hat sie Kuchenspender drauf, die im Notfall schnell noch einen oder zwei Kuchen backen können. Am Tag der Spende selbst kann man morgens seinen Kuchen abgeben. Die Vesperkirchen-Mitarbeiter schneiden den Kuchen selbst, um möglichst von jedem gleich große Stücke zu haben. „Wenn die Kuchen kleiner sind, machen wir die Stücke eben größer“, sagt Marquart. Stücke verschiedener Kuchen kommen dann auf eine Platte aus der sich die Kunden dann jeweils ein Stück auswählen dürfen. „Nur bei Rührkuchen sind zwei Stücke erlaubt“, verrät die Tammerin.

Die Hotline ist übrigens auch währen der Vesperkirche geschaltet: „Ich bin meist bis gegen Ende der drei Wochen erreichbar. Wenn ich genug Kuchen habe, gibt es eine entsprechende Ansage in der Mailbox“, sagt Marquart. Die Herrin über die Kuchen backt übrigens auch selbst sehr gerne. Sie weiß ja was gebraucht wird.

Die Vesperkirche in Ludwigsburg

Die zehnte Ludwigsburger Vesperkirche findet von 10. Februar bis 3. März statt. In der Friedenskirche gibt es während dieser Zeit jeden Tag ein Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen. Die Vesperkirche soll ein Ort der Begegnung sein und sich neben Bedürftigen an Menschen unterschiedlicher sozialer Milieus richten. Getragen wird die Vesperkirche Ludwigsburg von der Diakonischen Bezirksstelle Ludwigsburg, von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ludwigsburg und von sehr vielen ehrenamtlich Engagierten. Die Kuchen-Hotline ist ab 1. Februar unter der Nummer (0176) 75 21 50 57 erreichbar. bz

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel