Gericht Einbruch: Duo schweigt zu Vorwürfen

Kreis Ludwigsburg / Bernd Winckler 06.11.2018

Zwei Bosnier bestritten auch am dritten Prozesstag vor dem Stuttgarter Landgericht, zahlreiche nächtlichen Haus- und Wohnungseinbrüche in Kornwestheim, Ludwigsburg und Tamm mit einem Beuteschaden von insgesamt mehr als 100 000 Euro begangen zu haben. Doch die Beweise gegen sie sind schwer – auch jene Beweise zur Mord-Verabredung. Allein für den Tatbestand der „Verabredung zum Mord“ sieht das Gesetz Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren vor. Alle Vorwürfe haben die zwei Männer, die aus Bosnien stammen und in Deutschland keine Adresse angeben können, bislang vehement bestritten, beziehungsweise sie geben auf Anfragen der Richter keine Antworten.

Indizien sind erdrückend

Dabei sind nicht nur die Indizien, sondern auch die Beweise, die die Ludwigsburger Kriminalpolizei hinsichtlich der Einbrüche gesammelt hat, erdrückend. Eine Kriminalbeamtin erwähnte am Montag im Zeugenstand der 1. Großen Schwurgerichtskammer am Stuttgarter Landgericht, dass man zum Beispiel beim Einbruch in ein Einfamilienhaus im Kornwestheimer Birkenweg am 8. November 2017 deutliche Fußspuren sichern konnte. Jene Fußabdrücke passten zu jenen Spuren, die man dann bei der Ermittlung eines Wohnhauseinbruchs in der folgenden Nacht in der Tammer Straße in Ludwigsburg entdeckte. Ebenso seien dieselben Fußabdrücke bei einem Einbruch in Tamm dokumentiert worden. Und die Vergleiche in der Datenbank der Polizei seien ebenfalls positiv aufgefallen.

Bei den Einbrüchen wurde in Kornwestheim keine Beute gemacht, wie die Polizei sagt. Das Haus stand leer. Beträchtlich dagegen war der Schaden in der folgenden Nacht in einem anderen Wohnhaus: Uhren, Diamanten und Schmuck im Wert von 17 500 Euro fielen den Einbrechern in die Hände. Sechs weitere vorgeworfene Einbrüche beziehen sich auf den Kreis Esslingen und das Ruhrgebiet mit einer zusätzlichen Gesamtbeute von mehr als 80 000 Euro.

Bevor sie im März festgenommen wurden, sollen sie im Auftrag eines Dritten vereinbart haben, einen Drogendealer zu beobachten und in einen Hinterhalt zu locken, damit der Unbekannte das Opfer töten konnte. Zu der Tat kam es allerdings nicht mehr.

Noch weitere vier Tage haben sich die Stuttgarter Richter vorgenommen, um Zeugen und Polizeibeamte zu vernehmen.

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