Mommer-Preis Ein Zeichen für Europa setzen

Zur 20. Verleihung des Karl-Mommer-Preis waren auch Familienangehörige des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten gekommen: (von rechts) Bernhard und Erich Mommer, Hans Kraus, Ilse Rohr (geborene Mommer), Lutz Mommer (Enkel), Doris Ehefrau von Erich Mommer.
Zur 20. Verleihung des Karl-Mommer-Preis waren auch Familienangehörige des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten gekommen: (von rechts) Bernhard und Erich Mommer, Hans Kraus, Ilse Rohr (geborene Mommer), Lutz Mommer (Enkel), Doris Ehefrau von Erich Mommer. © Foto: Richard Dannenmann
Ludwigsburg / Günther Jungnickl 03.12.2018

Am Freitag verlieh die SPD im Landratsamt Ludwigsburg an acht europäische Jugendprojekte aus dem Kreis die Karl-Mommer-Preise 2018. Mit dem ersten Preis und 1000 Euro wurden Chor und Orchester des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Marbach ausgezeichnet. Denn die beiden haben nicht nur ein Gedenkkonzert zum 100. Jahrestags des Waffenstillstands nach dem Ersten Weltkrieg in der Partnerstadt L‘Isle Adam gegeben, sondern waren neben Konzerten in Frankreich und Spanien auch 2015 auch im „Wald von Ronquerolles“ als erste Jugendgruppe Deutschlands bei der Gedenkfeier zu Ehren der Opfer des französischen Widerstands zu Gast. „Jugend in Europa“ hieß nämlich diesmal das Motto, und es sollte daran erinnern, dass am 26. Mai 2019 die Europawahlen anstehen. Sowohl der in Sachen Europa besonders engagierte Landrat Dr. Rainer Haas, als auch als Gastredner Europaabgeordneter  Peter Simon (Mannheim), forderten deshalb die rund 100 Besucher der Veranstaltung dringend auf, ihr Wahlrecht wahrzunehmen, „gerade weil dies eine wichtige Weichenstellung sein wird“ (so Haas). Auch Peter Simon mahnte vor dem Hintergrund des England-Brexits, Haushalts-Problemen mit Italien sowie ungarischen und polnischen Verweigerungen zum Wahlgang auf, um „das Gröbste“ zu verhindern. „Denn gegenwärtig wird an allen Ecken und Enden an der EU gesägt“, meinte er.

Preis zum 20. Mal verliehen

Der SPD-Kreisvorsitzende Macit Karaahmetoglu erinnerte daran, dass die Verleihung dieses Preises eine Idee der Kreistagsfraktion der Sozialdemokraten gewesen sei und bereits zum 20. Mal gefeiert wurde. Das Jubiläumsthema sei gewählt worden, sagte er, „weil die Zukunft unserer Heimat nur Europa sein kann“. Die Sozialdemokraten im Kreis Ludwigsburg wollen mit der Verleihung des Karl-Mommer-Preises jedoch auch einen der größten Parlamentarier erinnern, der 20 Jahre lang für den Wahlkreis Ludwigsburg dem Bundestag angehörte und nicht nur ein Widerstandskämpfer, sondern nach dem zweiten Weltkrieg auch ein von allen geachteter Demokrat gewesen sei. Zur Feier des Tages waren auch Mommers Tochter Ilse Rohr, sowie dessen beiden Söhne Bernhard und Erich (mit Ehefrau Doris) sowie Mommer-Enkel Lutz nach Ludwigsburg angereist.

Für die Veranstalter stellte Elke Kogler auch die restlichen sieben Preisträger und ihre Projekte vor: Den zweiten Preis und 700 Euro durfte die Kinderspielstadt „Ditziputz“ in Empfang nehmen, die stets während der Ferienwochen im Stadtteil Ditzingen-Heimerdingen alle Kinder zu sich einlädt, wo sie nicht nur demokratische Spielregeln vermittelt bekommen, sondern ausdrücklich auch behinderte Kinder einschließen. In der ungarischen Partnerstadt Guyla wurde inzwischen eine Kinderspielstadt installiert. In Remseck hat sich die Jugendfeuerwehr den Preis und 500 Euro verdient, weil sie nicht nur Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbietet, sondern auch in der Partnerstadt Meslay-du-Maine für die Gründung einer Jugendfeuerwehr sorgte.

Einen Preis und 300 Euro hat sich die Stadtjugendpflege Ditzingen verdient, weil sie 24 Musiker aus Ungarn, Frankreich, Polen und Deutschland zu einem Musik- und Tanzfestival (IG Tonal) zusammenführte. Die Jungen Europäer aus dem Kreis Ludwigsburg unternahmen eine Studienreise nach Barcelona und bekamen dafür den Karl-Mommer-Preis und 200 Euro.

Das Friedrich-Abel-Gymnasium Vaihingen wiederum hat in Zusammenarbeit mit dem städtischen Arbeitskreis Asyl, dem Stadtjugendpfleger, dem Flüchtlingsbeauftragten, dem Jugendgemeinderat und den Schulsozialarbeitern sich ebenso Verdienste um Verständnis für Flüchtlinge bemüht, wie das Jugendhaus „Chilloud“ in Markgröningen. Ebenso das Jugendcafé und die Jugendfeuerwehr von Großbottwar. Für alle drei Projekte gab es die Urkunde und 100 Euro

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