Er ist wendig, flexibel einsetzbar und bietet Klein sowie Groß enormen Fahrspaß. Wenn Niels Christ aus Bietigheim-Bissingen im Urlaub mit seiner kleinen Tochter Lotta über den Campingplatz kurvt, strahlen beide um die Wette. „Unser E-Roller ist bisher ein reines Spaßmobil. Das Elektrofahrzeug ist bis zu 20 Stundenkilometern schnell, wiegt rund 25 Kilogramm und hat eine Reichweite von 25 bis 30 Kilometern“, erklärt Christ, der sich den E-Roller vor eineinhalb Jahren gekauft hat.

Der kleine Flitzer passt bequem in die Heckgarage des Familienwohnmobils, und dies war damals der Hauptgrund für die Anschaffung. „Natürlich habe ich mich auch bewusst für eine alternative Antriebsform entschieden, welche die Fahrten vom Stellplatz des Wohnmobils zum Bäcker oder Supermarkt bequemer gestalten sollte. Ich wollte das Fahrzeug an der Steckdose aufladen können“, schildert der junge Familienvater.

Er ist beruflich in einer Führungsposition bei einem großen Parkraumbewirtschafter tätig und beschäftigt sich viel mit Möglichkeiten der innovativen Mobilität vor allem in urbanen Räumen, wo die Verkehrsbelastung stetig ansteigt.

„Daher habe ich mich jetzt auch dazu entschieden, meinen E-Roller zu verkaufen und auf ein modernes Elektro-Tretroller-Modell ohne Sattel umzusteigen, das noch handlicher ist und einfach zusammengeklappt werden kann“, betont Christ. Der Bietigheimer hat bereits einen flinken E-Kick-Scooter ausgewählt, der nur noch elf Kilogramm auf die Waage bringt. Ihn will Christ künftig auch für die Fahrten zur Bahnstation im Ellental nutzen, und nach Ankunft mit der Bahn in Stuttgart wieder für den Weg zu seinem Büro.

„Diesen neuen E-Scooter kann ich auch für kleine Fahrten in der Stadt nutzen und nicht nur zum Campen, weil er einfach noch praktischer ist“, erläutert Christ.

Für sein Einsteigermodell wird er mehrere hundert Euro investieren müssen, während noch komfortablere E-Scooter weit über 1000 Euro kosten können. „Ich bin der Meinung, dass E-Scooter in der urbanen Mobilität durchaus eine Zukunft haben, denn in anderen europäischen Metropolen gehören sie bereits zum Straßenbild. Die skandinavischen Länder sind auf diesem Gebiet schon sehr viel weiter als Deutschland“, erklärt Christ.

Er wird in dieser Woche in Berlin ein neues innovatives Parkhaus eröffnen, in dem Kunden, die dort ihr Auto abstellen, per App einen bereit gestellten E-Kick-Scooter mieten können, um die Wege zum Einkaufen und zur Arbeitsstelle noch komfortabler zu gestalten.

„Das Tragen eines Helms macht für mich allerdings schon Sinn, denn die E-Scooter fahren nahezu geräuschlos. Die Gefahr von Kollissionen im Straßenverkehr oder auf den Radwegen ist vorhanden. Das ist ein Risiko“, gibt Christ zu. In anderen europäischen Großstädten, wie zum Beispiel in Paris, sind die kleinen E-Tretroller vielen Bürgern inzwischen ein Dorn im Auge, da sie nicht nur „wild“ geparkt und überall auf den Gehwegen liegen gelassen werden, sondern es auch immer wieder zu Unfällen mit den elektrischen Mobilen kommt.

Rücksicht nehmen

„Es wird auf die gegenseitige Rücksichtnahme von Fußgängern, Fahrradfahrern und E-Scooter-Nutzern ankommen. Aber ich denke, diese allgemeine Zulassung ist der richtige Schritt, denn wir müssen in Deutschland bei der Mobilität neue Wege gehen“, betont der Bietigheimer, der sich schon sehr auf seinen neuen E-Scooter freut. Seinen alten Elektro-Roller verkauft er inzwischen im Internet und kann sich vor Interessentenanfragen kaum retten. „Vom Jugendlichen bis zum Senior ist alles dabei. Dies zeigt, dass die Fahrzeuge absolut im Trend liegen“, so Niels Christ.

Maximal 20 Stundenkilometer schnell


Ab Mitte Juni sollen die elektrischen Tretroller deutschlandweit auch im Straßenverkehr zugelassen sein. Allerdings müssen sie bestimmte Vorraussetzungen erfüllen.  Die kleinen Flitzer dürfen maximal 20 Stundenkilometer schnell fahren, höchstens 55 Kilogramm schwer sein, sie müssen zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen, eine Klingel, sowie eine Lenk- oder Haltestange haben.

Die Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein und Radwege benutzen, wenn diese vorhanden sind. Gehwege bleiben für die Kleinfahrzeuge weiterhin tabu. Die Hersteller müssen jedoch zunächst für ihre E-Tret-Scooter beim Kraftfahrt-Bundesamt eine allgemeine Betriebserlaubnis beantragen, und die Käufer bzw. Vermieter eine entsprechende Haftpflichtversicherung abschließen.

Eine Helmpflicht besteht jedoch nicht für die Fahrt auf den neuen E-Scootern. mig