IHK E-Commerce: Jetzt wird ausgebildet

bz 31.07.2018

Ab 1 August starten in der Region Stuttgart die ersten Auszubildenden im neuen Ausbildungsberuf „Kaufmann/-frau im E-Commerce“. So können Betriebe,  die Waren oder Dienstleistungen online vertreiben, ihre Fachkräfte im Bereich E-Commerce erstmals selbst ausbilden, heißt es in einer Mitteilung der IHK.

Während bisher bestehende Berufsbilder lediglich überarbeitet wurden, wird mit „Kaufmann/-frau im E-Commerce“ erstmals seit 2008 bundesweit ein vollständig neuer kaufmännischer Beruf eingeführt. „Das Online-Geschäft gehört heute und in Zukunft immer mehr zum Alltag vieler Menschen. Der neue branchenübergreifende Ausbildungsberuf deckt die vielfältigen Anforderungen im starken Wachstumsbereich E-Commerce ab“, erklärt Marjoke Breuning, Präsidentin der IHK Region Stuttgart. Handelsunternehmen biete sich damit eine Möglichkeit, ihrem wachsenden Fachkräftebedarf zu begegnen. 30 Unternehmen aus der Region sind bereits als Ausbildungsbetriebe für den Beruf anerkannt und haben zehn Ausbildungsverträge geschlossen.

Unterschiedliche Branchen

Der Beruf „Kaufmann/-frau im E-Commerce“ eignet sich für Betriebe im Einzel-, Groß- und Außenhandel. Ausbildende Unternehmen können aber auch aus der Tourismus-, Dienstleistungs- oder der produzierenden Branche sein, wenn sie ihre Waren und Services online vertreiben.

 In der dreijährigen Ausbildung lernen die angehenden E-Commerce-Experten Online-Vertriebskanäle auszuwählen und einzusetzen. „Die Aufgaben während der Ausbildung sind sehr vielfältig: Denn neben der Mitgestaltung und Bewirtschaftung von Waren- oder Dienstleistungssortimenten, unterstützen Kaufleute für E-Commerce ebenso die Beschaffung, wickeln Verträge im Online-Vertrieb ab und gestalten die Kundenkommunikation über verschiedene Kanäle“, so Marjoke Breuning.

In IHK-Ausbildungsberufen bilden Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung aus. Von der Feststellung der Eignung des Ausbildungsbetriebs über die Vermittlung von Auszubildenden bis hin zu Fragen der Abschlussprüfung stehen die Ausbildungsberaterinnen und -berater der IHK zur Verfügung.

IHK-Ausbildungsbetriebe und Auszubildende werden während der gesamten Ausbildungszeit von der Kammer betreut, so die IHK. Die Lehr- und Prüfungsinhalte erarbeitet die IHK-Organisation in Zusammenarbeit mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Betriebe, die ihre Mitarbeiter fit machen wollen für die digitalisierte Wirtschaft, können sich von der IHK Region Stuttgart kostenfrei beraten lassen: Die Expertinnen des Projekts „ProAW 4.0 – Prozessberatung in der Aus- und Weiterbildung 4.0“ besuchen kleine und mittlere Unternehmen, um vor Ort konkret notwendige Veränderungen in der Aus- und Weiterbildung durch die Digitalisierung zu planen und umzusetzen, so die Kammer.

Digitaler Umsatz wächst

Erhebung Nahezu ein Drittel der Handelsunternehmen in Baden-Württemberg erzielt mittlerweile mehr als die Hälfte des Umsatzes mit Onlineangeboten. Dies ergab eine von Kantar TNS und vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg durchgeführten Umfrage für den Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2017. Für die Analyse wurden für den Report im Zeitraum September bis November 2017 insgesamt 1145 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in 12 Kernbranchen befragt. Im bundesweiten Vergleich liegt Baden-Württemberg dabei über dem Durchschnitt von 26 Prozent mit mehrheitlichem Umsatz im Onlinebereich. Auch die wahrgenommene Bedeutung der Digitalisierung ist bei baden-württembergischen Handelsunternehmen höher: So stufen mehr als die Hälfte (56 Prozent) die Digitalisierung als „äußerst“ oder „sehr“ wichtig ein. In Deutschland sehen dies insgesamt nur 36 Prozent der befragten Handelsunternehmen so. bz

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