Seit Jahren plagt sich der TASV Hessigheim mit seinem Sportplatzgelände am Neckar. Der geologische Untergrund führt immer wieder zu Senkungen bis zu 40 Zentimetern Tiefe und regelrechten Erdeinbrüchen auf dem Spielfeld. Ein Gutachter stellte bereits 2013 „Auslaugungen im tieferen Untergrund“ als Ursache fest und empfahl damals, unter dem Spielfeld ein Geotextil einziehen zu lassen. Zwei Jahre später kam ein weiterer Gutachter zu einer ähnlichen Erkenntnis. Auch was die Kosten der Sanierung betrifft, waren sich die Experten einig. Mit 350 000 bis 400 000 Euro sei zu rechnen, wenn man den Sportplatz sanieren wolle. Für die Gemeinde als Eigentümer des Sportplatzes war das ein Schock, ebenso für den Pächter, den TASV Hessigheim, der sich mit Forderungen aus dem Gemeinderat konfrontiert sah, sich an den Kosten für die Sanierung zu beteiligen.

Inzwischen hat man einen gemeinsamen Weg zur Lösung des Problems gefunden. Die Aussicht, vom Württembergischen Landessportbund (WLSB) nach den ab dem kommenden Jahr geltenden neuen Förderrichtlinien einen Zuschuss in Höhe von bis zu 80 000 Euro bekommen zu können, hat wohl einiges bewegt.

In der letzten Gemeinderatssitzung stellte Bürgermeister Günther Pilz den mit dem Verein ausgehandelten Kompromiss vor. Man geht jetzt von Sanierungskosten in Höhe von 365 000 Euro zuzüglich Planungskosten von 32 000 Euro aus, in der Summe also rund 400 000 Euro. So hat es ein Experte im Sommer berechnet. Die Gemeinde übernimmt 75 Prozent der nach Abzug des WLSB-Zuschusses verbleibenden Kosten. Für die restlichen 25 Prozent kommt der Verein auf.

Beim TASV hat man deshalb eine Sponsorenkampagne angefahren. Ähnlich wie bei der Finanzierung des „Sportplätzles“ bei der Felsengartenkellerei will man an Spendenwillige sogenannte Parzellen verkaufen. Privatpersonen können ihren Anteil am Sportplatz für zehn Euro erwerben. Gewerbetreibenden bietet man an, für 250 Euro gleich vier Parzellen zu kaufen. Die Spender werden mit Namen oder Logo auf einer großen Spendertafel auf dem Sportplatz geehrt.

Der TASV hofft, aus dem Verkauf der 2000 Parzellen rund 25 000 Euro erlösen zu können. Außerdem wollen sich die Mitglieder so gut wie möglich mit Eigenleistungen einbringen und so rund 5000 Euro einsparen.

Der in Aussicht stehende Zuschuss des WLSB wird erst innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre erwartet, muss also vorfinanziert werden. Wegen der unerwartet guten Finanzlage, in der sich die Gemeinde derzeit befinde, so Günther Pilz, hat der Gemeinderat beschlossen, dem Verein die Vorfinanzierung abzunehmen. Der Verein bezahlt im Gegenzug Zinsen an die Gemeinde, in Höhe von einem Prozent. Dies entspricht den Bedingungen, unter denen die Gemeinde derzeit Kredite aufnehmen kann.

Der Sanierungsplan sieht vor, den Platz komplett neu aufzubauen und die Drainage grundlegend zu überarbeiten. Angesprochen auf den Vorschlag der Experten, unter dem Platz ein Geogitter einzuziehen, erklärte Bürgermeister Pilz auf BZ-Nachfrage, darauf werde man bewusst verzichten, weil keiner der befragten Fachleute habe garantieren wollen, dass das Geotextil tatsächlich mehr Sicherheit bringe. Im Gegenteil: Bei einer weiteren Sanierung, die nicht auszuschließen sei, könnten sich eingebaute zusätzliche Sicherungen, wie Geogitter, als störend erweisen.

Als nächstes muss der Verein jetzt die Arbeiten ausschreiben. Über die weiteren Projektschritte entscheidet dann jeweils der Gemeinderat.