Aufmerksame Autofahrer kennen das Kürzel „DRB“. Auf der Autobahnstrecke zwischen dem Engelbergtunnel bei Leonberg, vorbei an Freiberg und Pleidelsheim, in Richtung Heilbronn und in der Gegenrichtung sind auf fast allen Rückseiten der Schilderbrücken und auch Brückenpfeilern die bunten Buchstaben zu sehen.

2014 wurde beim Polizeipräsidium Ludwigsburg extra eine Ermittlungsgruppe gebildet, um den Tätern auf die Spur zu kommen – ohne Erfolg. Damals wurde der Sachschaden zunächst auf 40 000 Euro beziffert und dann auf 15 000 Euro reduziert. Laut Tatjana Wimmer, Sprecherin der Ludwigsburger Polizei, gibt es die Ermittlungsgruppe nicht mehr. Jetzt beschäftigt sich ein Sachbearbeiter mit den Graffitis auf der A 81, „um den Überblick zu haben“, so Wimmer. In jüngster Zeit habe es jedoch keine neuen Beschriftungen mehr gegeben.

Ins Visier genommen werden von der Polizei hauptsächlich Graffitis, die Anstößiges oder Strafbares beinhalten. Diese werden dann aufgenommen und anschließend übermalt. Die Täter sind kaum zu fassen. Sie steigen schnell auf die Schilderbrücken, bringen die Graffitis schnell an und verschwinden genauso schnell wieder.

Rätselhaft bleibt die Buchstabenkombination „DRB“, die wie ein wiedererkennbares Markenzeichen wirkt. Sucht man im Internet  nach dem Kürzel, stößt man auf eine Sprayer-Crew aus Stuttgart. „DRB“ stehe für „Die Reagge Boys“ und als Spaßname für „Don’t Read Books“. Anfragen werden abgewiesen.

So sei die Crew nicht der richtige Ansprechpartner, wenn man sich über Vandalismus beschweren wolle oder wenn man einen Graffitikünstler für eine Auftragsarbeit suche. Man sei auch kein Ansprechpartner für Journalisten. „Wir möchten nicht mit euch reden. Egal über welches Thema. Ziemlich sicher.“ Man sei auch nicht der richtige Ansprechpartner für private Ermittler oder Polizeibeamte, deren Anfragen auf Ermittlungen hindeuten, die dies laut Crew jedoch verschweigen. „So hört man kleine Mädchen aus. Spart euch und uns die Zeit“, so die Crew auf ihrer Homepage.

Beim Regierungspräsidium in Stuttgart, quasi Eigentümer der Schilderbrücken auf der Autobahn, sieht man keinen Grund, die zahlreichen „DRB“-Schriftzüge zu entfernen. Eine Ausnahme würde es nur bei Graffitis mit politischen Inhalten geben. Dann erfolge auch eine Anzeige bei der Polizei, so Désirée Bodesheim, Pressereferentin beim Regierungspräsidium. Würden Autobahnschilder besprüht und nicht mehr erkennbar, erfolge auch eine Anzeige. Dies ist aber bei „DRB“ nicht der Fall, weil immer nur die Rückseiten der Schilder besprüht werden. So wiege man bei jedem Graffiti ab und entscheide im Einzellfall.

Und noch etwas hat man beim Regierungspräsidium beobachtet. Wenn im Zuge von Reinigungsaktionen an den Schilderbrücken Graffitis beseitigt werden, seien diese teilweise ganz schnell wieder angebracht, so Désirée Bodesheim.