Die  stagnierende Absatzdynamik bei den Betrieben im Südwesten drückt auf die Stimmung. Zwar ist die Zufriedenheit der Unternehmen mit ihrer aktuellen Situation weiterhin auf sehr hohem Niveau, jedoch ist sie gegenüber dem Jahresbeginn merklich zurückgegangen.

Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), an der sich rund 3600 Unternehmen aus allen Branchen, Größenklassen und Landesteilen beteiligt haben. Auch die Aussichten sei für viele Betriebe nicht mehr so rosig wie noch vor vier Monaten, heißt es in der Umfrage weiter.  Allerdings gehe die Industrie davon aus, Inlandsumsätze und Exporte auf hohem Niveau halten zu können. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin sehr positiv, auch wenn die Mehrheit der Unternehmen nun mit konstanten Belegschaften zurechtkommen will.

Anhaltende Unklarheiten

„Viele Unternehmen im Land treibt die Sorge um, dass sich die aktuellen Entwicklungen der Weltwirtschaft, wie beispielsweise vermehrter Protektionismus und drohende Strafzölle sowie weitere anhaltende Unklarheiten beim Brexit, negativ auf ihre Geschäfte auswirken könnten“, sagt Marjoke Breuning, Präsidentin der IHK Region Stuttgart, der beim BWIHK für volkswirtschaftliche Fragen zuständigen Kammer.

So schätzt aktuell rund die Hälfte der befragten Betriebe ihre Lage gut ein. Zum Jahresbeginn waren es noch 57 Prozent. Befriedigend bewerten 44 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Situation (Jahresauftakt: 38 Prozent) und ein Prozentpunkt mehr als zum Jahresbeginn, nämlich 6 Prozent, sehen sich in schlechter Lage. Auch die Erwartungen haben sich bei mehr Unternehmen als noch zum Start des Jahres leicht eingetrübt. So geht für die nächsten 12 Monate nur noch ein Viertel der Befragten von besseren Geschäften aus, im Januar waren es noch 28 Prozent. 58 Prozent erwarten eine gleichbleibende Geschäftsentwicklungen (Jahresbeginn: 60 Prozent) und 17 Prozent, gegenüber 13 Prozent im Januar, erwarten eine Verschlechterung.

Noch deutlicher wird die Entwicklung bei der Betrachtung der Nachfrage. Demnach ist der Anteil der Südwestbetriebe, die weiterhin von einer steigenden Nachfrage profitieren, von 29 auf 27 Prozent gesunken. Fast die Hälfte der Befragten melden jedoch stagnierende, knapp ein Viertel sinkende Auftragseingänge – ein Anstieg um 8 Prozentpunkte gegenüber der letzten Umfrage.

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich zwar etwas langsamer, jedoch weiterhin positiv. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent nähert sich der Südwesten der Vollbeschäftigung.

Die meisten Betriebe wollen in den kommenden Monaten vorerst mit Belegschaften auf gleichbleibendem Niveau arbeiten. Personal aufbauen will noch rund ein Fünftel (Jahresbeginn: ein Viertel) der Betriebe. Knapp 16 Prozent müssen Stellen abbauen, im Gegensatz zu 12 Prozent am Jahresanfang. Auch machen Fachkräfteengpässe sechs von zehn Betrieben Sorgen.