Kinder- und Familientag Die Stadt wird zur Spielwiese

Bietigheim-Bissingen / Susanne Yvette Walter 02.07.2018

Am Samstag spielten wieder einmal die Kinder die erste Geige in der Bietigheimer Altstadt: Die Stadtverwaltung rief den beliebten Kinder- und Familientag aus. Unter dem Motto „Äktschn“ haben sich über 50 Institutionen – Vereine, Kindergärten, Schulen, Kirchen und die Stadtverwaltung Bietigheim-Bissingen – zusammengetan, um diesen Tag zu einem ganz besonderen zu machen. Für Kinder und Teens gab es von morgens bis abends Bewegungsspiele und viele kreative Angebote im Bürgergarten, auf der Alten Enzbrücke, in den Metteranlagen und am Kronenplatz.

Eine Landschaft aus Pavillons, in denen gemeinsam gespielt und gebastelt wurde, zog sich an der Enz entlang. Alle zwei jahre verwandelt sich Bietigheim in eine große Spielwiese. An der Enz wehte vor allem am Nachmittag ein frischer Wind und ließ die Dächer der Pavillons leise flattern. „Sonst wären wir womöglich eingegangen“, schmunzelte Helferin Christa Wegner. Ohne Wind wäre es vielleicht zu heiß gewesen zum Basteln, aber so hatten hunderte von Kindern jeden Alters optimale Bedingungen für einen schönen Tag ganz nach ihrem Geschmack.

Tanz und Theater

Für Kinder jeden Alters gab es Bastelangebote, Kinderschminken, eine Hüpfburg, Bogenschießen, Kanufahren, Ballspiele, Barfuß- und andere Fühlpfade und vieles mehr. Vor dem Enzpavillon waren einige Gruppen von Kindern und Jugendlichen ganz wild darauf, einem aufgeschlossenen Publikum ihre Tänze oder ein Theaterstück extra für Kinder zu zeigen. Am Enzpavillion traten Kinder aus Tanzschulen, Vereinen, der Kunstschule Labyrinth und der Städtischen Musikschule auf und zeigten, was sie aktuell drauf haben. Am Kronenplatz waren soziale Einrichtungen und Beratungsinstitutionen in Stadt und Kreis mit Info- und Spielangeboten vertreten. Oberbürgermeister Jürgen Kessing eröffnete um 10 Uhr zusammen mit dem Projektorchester Tastenbande der Städtischen Musikschule den großen Tag für kleine Bietigheim-Bissinger.

Wer in der langen Schlange stand, um sich am Stand der Wobachspatzen etwas Kühles zu trinken zu besorgen, der bekam manchmal ein bisschen Gischt vom Wasserspiel in der Enz ab. Keiner war unglücklich darüber – am wenigsten die Kinder.

Am Stand der Freien christlichen Tebis-Gemeinde bauten Markus Brunner und andere engagierte Gemeindemitglieder aus Korken kleine Flöße, die im Planschbecken ausprobiert wurden. „Und in der Regentonne, da machen wir ein bisschen Sturm“, kündigte Brunner lachend an.

Ganz offensichtlich auf Augenhöhe mit den kleinsten Festbesuchernging der TSV Bietigheim, der ein Kleinfeld so aufgebaut hatte, dass auch kleine Kinder bequem den Ball über das Netz befördern konnten. „Wir haben schon fünf, die wiederkommen wollen“, freute sich Pressewartin Tanja Reiner über das rege Interesse. „Wir vermitteln Grundkenntnisse der Kooardination, wenn das jemand möchte. Viele kommen aber auch einfach nur so vorbei, probieren das aus und gehen wieder“, erzählte sie.

Auch die Kita Fliederweg landete einen von vielen Volltreffern bei diesem Fest. „Wir gestalten Sonnenschilder, mit Farbe und vielen bunten Materialien zum Bekleben. Bei Regenwetter hätten wir ein Problem gehabt“, schmunzelte Nicole Wagner von der Kita-Leitung.

Willkommene frische Brise

Die Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege vom Landratsamt imLandkreis Ludwigsburg kam mit ihrem Star zum Fest: Bruno Bär, der ein Gebiss im Maul hat, und natürlich will jeder einzelne von Brunos Zähnen immer wieder blank geputzt werden, während Erziehungsberechtigte sich in Gespräche über Zahnprophylaxe vertiefen können.

Wer sich weiter zwischen Dosenwerfern und Badmintonspielern durchschlängelte, erreichte den Stand des Aurainkindergartens. Dort ging es – kindgerecht – um die Trinkwasserversorgung. Fühlboxen mit Steinen und Eierkartons hatte eine Kita aufgebaut.

Der TSV Bietigheim lud ein, am größten Purzelbaum-Marathon teilzunehmen, den es wohl je gab: Vom Deutschen Turnerbund war eine Initiative gestartet worden, wonach jeder Purzelbaum aufgeschrieben wird, mit dem Ziel, von Mai bis November einmal den Äquator mit Purzelbäumen abzumessen.

Wie der Vorsitzende des TSV Günter Krähling nach Abschluss der Aktion mitteilte, wurden 2543 Purzelbäume von Kindern und 92 von Erwachsenen gezählt. „Das ergibt insgesamt eine Strecke von 2727 Metern, die die Kinder der Stadt Bietigheim-Bissingen zum Weltrekord beitragen“, so Krähling.

Die private Initiative „Malort Bietigheim“ zeigte Präsenz auf der Enzbrücke und die Mühlenkinder vom Kinderhaus im Kulturraum Rommelsmühle. Gleich neben dem Stand der Lilienkinder des Waldorfkindergartens lud der Schachclub zu einer ersten Partie unter Freunden ein. Wie gut, dass der frische Sommerwind hier auf der Brücke besonders kräftig wehte. Sonst hätte man vielleicht kleine Köpfe glühen sehen können.

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