Schäferlauf Die Schäferkrone ist vergeben

Beim Festzug zum Stoppelacker über den Markgröninger Marktplatz ließen sich die Schaeferkinder auch durch Regen die gute Laune nicht verderben.
Beim Festzug zum Stoppelacker über den Markgröninger Marktplatz ließen sich die Schaeferkinder auch durch Regen die gute Laune nicht verderben. © Foto: MARTIN KALB
Yasina Hipp 27.08.2018

Blau und Gelb waren am vergangenen Wochenende die dominierenden Farben in der Stadt. Viele Markgröninger holten ihre Tracht hervor und machten sich bereit für die wichtigste Zeit im Jahr: Den Markgröninger Schäferlauf. Schon am Freitagmorgen läutete das Leistungshüten des Landesschafzuchtverbandes die Festtage ein. Beim Leistungshüten konnte sich Joshua Seeberger aus Baden-Baden gegen seine vier Konkurrenten durchsetzen. Mit seinem Sieg qualifizierte er sich für den Bundesentscheid im September.

Abends gab die Festspieltruppe zum ersten Mal das traditionelle Stück „Der treue Bartel“ zum Besten. „Das Stück hatte 2009 sein 100-Jähriges Jubiläum. 2011 haben wir es umstrukturiert und in ein Musical verwandelt“, so Matthias Eckert, Choreograf des Stückes. Die Reihen in der Stadthalle waren gut gefüllt und die Zuschauer drückten ihre Begeisterung durch viel Applaus aus. Am Sonntag wurde das Stück morgens noch ein zweites Mal aufgeführt, sowie mittags ausschnittartige Szenen auf dem Stoppelfeld.

„Für mich beginnt der Schäferlauf so richtig, wenn am Samstag in aller Früh die Fanfaren übers Tal schallen und ich geweckt werde“, so Bürgermeister Rudolf Kürner. Nach dem Wecken des Bürgermeisters wurde auch Landrat Dr. Rainer Haas abgeholt. Mit der Schäferfahne und der Zunftlade übergab Bürgermeister Kürner am Samstagmorgen die Zunftinsignien, die das ganze Jahr im Rathaus aufbewahrt werden, an die Schäfer.

Nun stellte sich auch der Festzug zum ersten Mal auf. Insgesamt fünf Mal wanderte der bunte Zug durch die Straßen Markgröningens. Viele Zuschauer säumten die Strecke des Zuges, der in diesem Jahr aufgrund eines neu entwickelten Sicherheitskonzepts durch die Schlossgasse anstatt durch die Ostergasse führte. Die interessierten Besucher jubelten den zahlreichen Gruppen zu und wippten im Takt der Musik mit. 13 Musikgruppen aus Markgröningen, Schwieberdingen, Kißlegg und der Umgebung sorgten für ordentlich Stimmung. Vom Regen und dem grau bedeckten Himmel ließen sich alle Beteiligten, seien es die Zuschauer oder auch die Mitwirkenden, die Stimmung nicht verderben. Teilweise wurden die bunten Kostüme oder Trachten mit durchsichtigen Regencapes geschützt.

Regen macht nichts aus

Das große Highlight des Wochenendes war der historische Schäferlauf auf dem Stoppelfeld. Auch hier ließ sich niemand durch das Wetter stören, die Tribünen waren gut gefüllt. Neben dem Sacklaufen, dem Wassertragen und dem Hahnentanz war das Wettlaufen über das 300 Schritt lange Stoppelfeld der Höhepunkt. Barfuß kämpften Schäfer und Schäfermädchen im Wettlauf um die Krone. „Das Barfußlaufen ist kein Problem. Die Zuschauer haben mich so angetrieben, dass ich gar nichts gemerkt habe und einfach nur gerannt bin“ so Sophia Hagenlocher. Die 14-Jährige aus Bad Wildbad konnte sich gegen ihre Mitstreiterinnen durchsetzen und ist für dieses Jahr Schäferkönigin.

An ihrer Seite steht Dominik Fröschle. Der 21-Jährige sicherte sich ebenfalls den ersten Platz. „Ich freue mich sehr, dass ich schnell genug war, obwohl der Boden ein bisschen rutschig war“, so der neu gekrönte Schäferkönig.

Applaus und Jubel

Zu Ehren des Siegerpaares wurde der Schäfertanz aufgeführt. 16 Paare tanzten unter Applaus und Jubel des Publikums in Tracht. „Ich finde es schön, die Tradition beizubehalten und es macht mich super stolz, die Tracht zu tragen“, sagte Anna Festag. Die 21-Jährige Margröningerin tanzt seit fünf Jahren über das Stoppelfeld. „Die Choreografie ist nicht schwer, am Anfang wird man auch einfach ins kalte Wasser geschmissen. Aber die Älteren helfen dann den Neuen“, so Festag. Gute Ausdauer war gefragt, denn bei dem 15-minütigen Tanz sind die Paare ununterbrochen in Bewegung. Zurück in der Stadt erhält Bürgermeister Kürner die Schäferinsignien zur Aufbewahrung bis zum nächsten Jahr wieder zurück: „Ich bin stolz, ein Jahr auf die Fahne und die Lade aufpassen zu dürfen. Aber damit ist der Schäferlauf noch lange nicht vorbei.“

Mit der Eröffnung des Tanzes durch das Königspaar und Landrat Haas ging das Festtreiben weiter. Bis spät in die Nacht wurde in Markgröningen gefeiert.

Auch am Sonntag marschierte der Festzug wieder hinaus zum Stoppelfeld. Die Festspieltruppe stellte in einem szenischen Spiel die Entstehung des Festes dar und Schüler konnten sich wie die Schäfer tags davor im Wettlaufen über das Stoppelfeld messen. Am Montag lassen die Markgröninger ihren Schäferlauf stimmungsvoll ausklingen. Bürgermeister Kürner sagte: „Für uns beginnt die Zeitrechnung jetzt wieder. Und wir freuen uns auf nächstes Jahr.“

Schäferlaufgedicht von Landrat Dr. Rainer Haas
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