Kliniken Die Kliniken im Kreis haben auch im Jahr 2017 viel vor

Die Kliniken-Gesellschaft im Kreis will auch 2017 kräftig investieren. Im Bild das Ludwigsburger Klinikum.
Die Kliniken-Gesellschaft im Kreis will auch 2017 kräftig investieren. Im Bild das Ludwigsburger Klinikum. © Foto: Martin Kalb
Uwe Mollenkopf 20.12.2016

Nach der Einweihung ist vor der Einweihung, heißt es bei der Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH. Nachdem vor Kurzem die umgebaute und erweiterte Notaufnahme in Ludwigsburg eröffnet wurde, stehen im kommenden Jahr weitere Eröffnungen an.

Laut der Unternehmensplanung werden im Klinikum Ludwigsburg 2017 gleich drei bedeutende Baumaßnahmen abgeschlossen. So soll in der neuen Zentralen Notaufnahme die unfallchirurgische Ambulanz als letzter Bauabschnitt bis Mitte des Jahres umgebaut sein. Die Klinik verfügt damit über eine Anlaufstelle für alle Patienten. Mit den ebenfalls im gleichen Gebäude neu installierten OP-Sälen mit intraoperativem MRT ermöglichen die Kliniken künftig neurochirurgische Operationen auf modernstem universitären Niveau. Das sei „einzigartig in der Region“, sagt Regionaldirektor Mathias Ziegler. Die Inbetriebnahme ist im ersten Quartal 2017 geplant.

Auch das neue Frauen-Kind-Zentrums soll dann fertig werden. Die feierliche Eröffnung und ein Tag der offenen Tür sind für den 31. März geplant. Die Klinik wird dann alle Anforderungen an eine Maximalversorgung von Frühgeborenen gemäß ihrem Status als anerkanntem „Level 1-Zentrum“ erfüllen.

Damit nicht genug. Gleichzeitig werden mit dem Auszug im Hauptgebäude Kapazitäten geschaffen, die in den folgenden Jahren für zahlreiche Stationssanierungen und Modernisierungen genutzt werden. Eine neue medizinische IMC-Station (Intensivüberwachung) soll ebenfalls 2017 bereitstehen. Sie ist dringend nötig für die Überwachung kritischer Patienten, weil im Klinikum neben den Fallzahlen auch der Schweregrad ständig ansteigt.

Am Krankenhaus Bietigheim hat sich in diesem Jahr einiges getan. An der Klinik für Plastische Chirurgie wurden 20 Betten in Betrieb genommen. Sie wurde damit als interdisziplinäre Wundstation weiter ausgebaut. Hierdurch sei holdingweit eine Behandlungseinheit mit Alleinstellungsmerkmal entstanden, so der Unternehmensplan. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist das etablierte Adipositas-Zentrum. Seit Anfang 2016 befindet sich die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung im Krankenhaus. Um die Notfallversorgung weiter zu verbessern, wurden die Planungen für die Zusammenführung der beiden Notaufnahmen der Inneren und Chirurgischen Abteilungen einem externen Projektsteuerer zu Überprüfung übergeben und durch weitere interne Ideen ergänzt. Ein Schlüssel zur Verbesserung der Situation wäre die Verlegung der DRK-Rettungswache, die sich derzeit in den Räumlichkeiten der Notaufnahme befindet, heißt es im Unternehmensplan.

Masterplan für Bietigheim

Laut Regionaldirektor Ziegler soll im Frühjahr ein „Masterplan“ für Bietigheim vorgelegt werden. Die Verzahnung der beiden Notaufnahmen unter dem Dach des Ludwigsburger Ärztlichen Direktors Prof. Dr. Oliver Hautmann laufe bereits. In Bietigheim gebe es dazu einen Notfallkoordinator.

Für den Standort Marbach wurden die grundsätzlichen Entscheidungen zur weiteren Entwicklung getroffen. Mit der Realisierung eines Zentrums für Altersmedizin am Standort Bietigheim wird die Klinik für Medizin und Geriatrie dort in der bisherigen Form mittelfristig aufgegeben. Die belegärztliche chirurgische Versorgung soll ausgebaut werden und um weitere Angebote stationärer und ambulanter Versorgung ergänzt werden. 2017 soll dazu ein Konzept vorgelegt werden.

Was den Standort Vaihingen betrifft, so ist dort aus Klinikensicht nach der Inbetriebnahme der Tagesklinik ab Mitte Februar noch keine Gesamtbewertung möglich. Das Ziel sei weiterhin, eine kontinuierlich hohe Auslastung der zwölf Plätze zu erreichen. An einigen Tagen sei dies schon der Fall gewesen, so Ziegler. Nach zwei Jahren wird das Modellprojekt zusammen mit den Kostenträgern bewertet.

Ein Simulationszentrum, das in Vaihingen als Mieter auftritt und vom Klinikum Ludwigsburg aus betrieben wird, soll Mitte 2017 seinen Betrieb aufnehmen. Im ersten Schritt sollen Trainings für die Mitarbeiter aus den medizinischen Bereichen der Regionalen Kliniken Holding gestaltet werden.

Noch im Jahr 2017 sollen aber auch externe Kooperationspartner eingebunden werden, die dann auch zur Refinanzierung beitragen, so die Pläne. Die bisherigen Ambulanzflächen seien nun weitestgehend von Vaisana, der chirurgischen Praxis sowie Urologen aus Mühlacker und Bietigheim übernommen worden. Ein weiterer potenzieller Mieter interessiere sich für die bestehenden Physiotherapieräume und zusätzliche Flächen, die durch einen Umbau der Küchenräume möglich sind. Er beabsichtige, diese anzumieten und eine Physio- und Ergotherapie im Untergeschoss des Krankenhausgebäudes zu betreiben.

Millionenschwere Investitionen

49 Millionen Euro sollen 2017 an Investitionen am Ludwigsburger Klinikum anfallen. Für den Löwenanteil, 38 Millionen Euro, steht der Landkreis gerade, der für Zins und Tilgung aufkommt.

6 Millionen Euro sind für die bauliche Weiterentwicklung in Bietigheim eingeplant. Fünf Millionen Euro davon werden vom Landkreis finanziert.

2 Millionen Euro (Landkreisfinanzierung) fallen für den Standort Marbach an, hauptsächlich als Planungsrate.

2 Millionen werden auch für die Maßnahmen in Vaihingen benötigt. um