Am Sonntagmittag fand die Modellbau- und Spielzeugbörse in der Mehrzweckhalle in Sersheim statt. Unter anderem konnten Modellautos, Eisenbahnloks, Schienen, Häuser aber auch andere Antiquitäten wie Puppen und Stofftiere bewundert und erstanden werden. „Die Aussteller und Besucher kommen aus der ganzen Umgebung: von Konstanz bis Karlsruhe, von Heilbronn bis Stuttgart“, erzählt Peter Renno, einer der Hauptveranstalter der traditionellen Modellbörse. Der Sersheimer organisiert die jährlich stattfindende Veranstaltung bereits seit Beginn der Börse gemeinsam mit der Unterstützung seiner Familie und des gesamten Modell-Clubs Sersheim. Schon mehr als 30 Mal wurde die Börse veranstaltet. „Mittlerweile zählt unsere Veranstaltung circa 50 professionelle Aussteller von überall her. Mehr als 130 Tische wurden für den Sonntag reserviert, denn auch Privataussteller nehmen an der Börse teil“, so Renno.

Seit 25 Jahren Aussteller

Das Ehepaar Rosar aus Stuttgart, stellt im nächsten Jahr bereits seit 25 Jahren auf der Sersheimer Modellbau- und Spielzuegbörse aus: „Ich stelle nur auf zwei Börsen jährlich aus, besuche die Modellbörsen und Flohmärkte aber auch gerne als Gast. Die Börsen sind Orte, an denen man unter die Leute kommt und gute Gespräche führen kann“, so Edmund Rosar.

An den Ständen sieht man viele Modelle der bekannten Eisenbahnmodellmarke Märklin, aber auch Spielzeug-Antiquitäten und alte Steiff-Teddies. Ein Stand springt vor allem den Mädchen ins Auge, die am Sonntag die Börse besuchten: Eine Ausstellerin aus Vaihingen stellte nicht nur Loks und Modellautos aus, sondern auch Barbies: „Wir sind in diesem Jahr das erste Mal als Aussteller dabei. Mein Partner und ich waren in den letzten Jahren immer nur als Besucher hier, da haben wir bemerkt, dass auch viel anderes Spielzeug ausgestellt wird“, sagt sie.

Markant ist, dass auf der Börse nicht nur Sammler und Liebhaber unterwegs sind, sondern auch viele Eltern mit ihren Kindern. So auch der achtjährige Jan aus Ditzingen, zusammen mit seinem Vater: „Wir haben zuhause eine große Carrera-Rennbahn, deshalb suchen wir natürlich vor allem nach neuen Carrera-Autos.“ Doch wer glaubt, dass Modellbau und Eisenbahn nur etwas für Jungs ist, liegt falsch. Dies beweist die junge Stuttgarterin Franzi, die zusammen mit ihrer Mutter nach neuen Teilen für ihre digitale Eisenbahn sucht. „Vor allem mein Opa hat dazu beigetragen, dass ich mich für dieses Hobby so begeistere“, erzählt Franzi. „Modellbau und Eisenbahnbau begleitet mich seit meiner Kindheit, da mein Vater viel Zeit in sein Hobby investierte. Meine Tochter ist dafür genauso begeistert wie schon ihr Opa und ich“, so Franzis Mutter.

Die Modellbörse in der Sersheimer Mehrzweckhalle blieb am Sonntag dauerhaft voller Besucher. Marvin Körner, seit zwölf Jahren Mitglied im Modell-Club Sersheim, half beim Aufbau am Samstagabend und bei der Einweisung der Aussteller am Sonntagmorgen mit: „Ich bin seit meinem 14. Lebensjahr Mitglied im Modellclub und helfe gerne mit, wenn Veranstaltungen anstehen. Auch wenn das bedeutet, dass ich um 5 Uhr raus muss.“

Große Auswahl

Die Auswahl am Sonntag war groß, auch die Preisspanne der Produkte variierte je nach Modell und Ausführung zwischen 2 und 500 Euro. Dieter Hofmann, ein Sammler und Modellliebhaber aus Gündelbach, erklärt, wie sich der Preis für ein Teil zusammensetzt: „Es kommt nicht nur auf das Modell an, auch die Farbe und natürlich der Zustand sind für den Preis maßgebend. Beispielsweise das Schweizer Krokodil, eine Lokomotive für Märklin Spur 0, beginnt ab 2000 Euro – vorausgesetzt man besitzt das Modell in olivgrün.“ Der Sammler möchte im kommenden Jahr auch auf der Modellbörse Sersheim ausstellen, da er gerne Teil der großen Auswahl sein möchte. Laut Veranstalter Peter Renno steht der Termin für das kommende Jahr bereits fest. „Die nächste Sersheimer Modellbörse wird am 24. November 2019 stattfinden. Natürlich werden meine Mitorganisatoren und ich wieder all unsere Leidenschaft in die traditionelle Veranstaltung miteinfließen lassen, sodass sie genauso ein Erfolg wird, wie in diesem Jahr.“