Ein Pfeifen dröhnt durch das Geäst des Märchengartens im Ludwigsburger Blühenden Barock. Ein paar Schritte weiter geben die Bäume den Blick frei auf die Bahngleise. Allerdings sind es keine normalen Züge, die hier ihre Runden drehen, während Mütter, Väter und Großeltern winkend an den Gleisen stehen. Es ist die Schmalspuranlage der Juniorbahn, Spurweite fünf Zoll.

Diese Woche steht ihr Geburtstag an: 1987 gründeten Marta und Wolfgang Marx in Vaihingen-Horrheim die Bahngesellschaft. In den Anfangsjahren waren die transportablen Bahnen auf vielen Festen der Region vertreten. „Wir sind 14 Jahre gefahren. Dann haben wir einen festen Platz gesucht“, erzählt Gründerin Marta Marx von dieser Zeit. So kam es, dass dem Blühenden Barock in Ludwigsburg 2001 eine Bewerbung der Juniorbahn vorlag und in diesem Jahr die erfolgreiche Zusammenarbeit begründet wurde. „Vorher war das hier ein toter Bereich“, erinnert sich Volker Kugel, Direktor des Blühenden Barocks, an die Ecke des Gartens, die direkt an der Außengrenze Richtung Marbacher Straße liegt. Was folgte, war der Aufbau der groß angelegten Bahnstrecke, die heute 500 Meter Länge misst.

Um die 500 000 Euro kostete der Ausbau des Areals. So wurde neben dem Betriebswerk, in dem die Loks gewartet werden, unter anderem auch die Versorgungsstation eingerichtet, wo die Loks betankt werden. Direktor Kugel zeigt die Vorrichtungen: Einmal das Kohlebecken, aus dem gerade die Dampflok nachgefüllt wird, und daneben der Wassertank mit dem schwenkbaren Arm. „Das ist wie im Wilden Westen“, so sein Vergleich mit den aus Filmen bekannten Tankstationen.

Im Laufe der Jahre wurde auch die Lärmschutzwand zur Marbacher Straße errichtet, ein Gewinn sowohl für Anwohner als auch für Bahngäste. Über die schmalen Gleise rollen nun die insgesamt sechs Loks der Juniorbahn mit ihren meistens fünf zwei Meter langen Anhängern, in denen die jungen wie alten Fahrgäste hintereinander sitzen, Hang auf Hang ab, durch angelegte Gärten und durch den Tunnel.

Gefahren wird nach Bedarf, je mehr Andrang, desto mehr Fahrten. Gestiegen sind die Preise pro Kopf pro Fahrt seit 2001 von einem auf 1,50 Euro.

Gesteuert werden die Diesel- und Dampfloks von den 15 Mitarbeitern. Sie werden speziell an den Loks ausgebildet. So konnten in den Jahren seit 2001 im Blühenden Barock 1,6 Millionen Fahrgäste, 100 000 pro Jahr, befördert werden – unfallfrei und ohne Verspätung.

Doch mit 30 Jahren ist an Ausruhen nicht zu denken: „Wir haben hochfliegende Pläne“, so  Direktor Volker Kugel. Geplant ist eine Ausdehnung der Bahn weiter in den Park hinein. Allerdings steht dem noch der Denkmalschutz im Weg.

Info Zur Jubiläumswoche gibt es tägliche Attraktionen: Dienstag, 11. April: Eine Fahrt kostet einen Euro. Mittwoch, 12. April: Luftballons für alle. Donnerstag, 13. April: Als Lokführer verkleidete Gäste fahren umsonst mit.