Ingersheim Die Hilfe kokmmt an - Ingersheimer unterstützen Dritte-Welt-Projekte

Ingersheim / UWE MOLLENKOPF 14.07.2016
Erstaunlich weitläufig sind die Hilfsprojekte, die von Ingersheim aus koordiniert werden. Ein Verein engagiert sich in Guatemala, ein anderer in Laos.

Ob beim Dorffest oder bei Kultur im Schloss, wo sich die Gelegenheit bietet, informiert der Verein „Kinder eine Chance“ in Ingersheim über sein Hilfsprojekt und verkauft Kunsthandwerk. Er stößt dabei offensichtlich auf offene Ohren. So haben sich die jungen Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft spontan entschlossen, einen Teil des Erlöses ihres Adventkonzerts den Menschen in Vuelta Grande in Guatemala zu spenden, wo sich der Verein engagiert. „Es ist schön, dass so viele Menschen aus unserer Heimat bei dieser Initiative mitmachen“, freut sich Ulrike Leibrecht darüber. Die Frau des früheren FDP-Bundestagsabgeordneten Harald Leibrecht hat vor gut drei Jahren gemeinsam mit Carmen Dötterer und einer Handvoll Freunde das Hilfsprojekt ins Leben gerufen.

Inzwischen sei in dem Dorf Vuelta Grande unweit der historischen Touristenstadt Antigua, in dem es an allem fehlt – Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung und vor allem Bildung – einiges geschehen, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Dank der Spenden vieler Freunde und Förderer konnten mehr als 130 raucharme Herde gekauft und an die Familien verteilt werden. Die völlig verräucherten Hütten führten einst zu  schwerwiegenden Atemwegserkrankungen.

Es gebe jetzt auch eine kleine Krankenstation mit einen Arzt und einer Zahnärztin, die regelmäßige Sprechstunden halten. „Das ist ein Meilenstein in der Entwicklung dieses Dorfes“, berichtet Ulrike Leibrecht. „Das Krankenhaus in Antigua ist oft mangels fehlender Medikamente geschlossen. Die privaten Ärzte können sich die Familien hier nicht leisten“. Auch Patienten aus anderen Dörfern kämen deshalb nach Vuelta Grande. Ein weiterer Meilenstein sei die Zusammenarbeit mit Techo, einer Hilfsorganisation aus Chile, die eigentlich auf den Bau von Notunterkünften in Katastrophengebieten spezialisiert ist, gewesen, berichten die beiden Initiatorinen. Mithilfe vieler Studenten der Universität in Guatemala konnten inzwischen über 140 kleine Häuser erstellt und den Familien übergeben werden. Zusammen mit Techo baute der Verein „Kindern eine Chance“ ein kleines Bildungs- und Gemeindezentrum, das vor wenigen Monaten feierlich eröffnet wurde. Eine Delegation des Vereines war bei der Eröffnung dabei.

Im Fokus der Initiatoren steht neben der Weiterentwicklung der Schule und der Krankenstation auch die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes. Eines Tages müsse es hier Handwerksbetriebe geben, die neue Arbeitsplätze vor Ort schaffen, haben sich die Helfer aus dem Schwäbischen als Ziel gesetzt. Darum werden auch mit Bildungspatenschaften Schüler auf weiterführende Schulen geschickt, und „Kindern eine Chance“ ist immer auf der Suche nach weiteren Paten, die sich hier engagieren möchten. Neben Fachkräften werden schon bald erste Praktikanten aus amerikanischen und kanadischen Universitäten nach Vuelta Grande kommen und beim Aufbau mithelfen. „Vielleicht finden auch junge Menschen von hier den Weg zu uns nach Vuelta Grande“, hofft Carmen Dötterer.

Freunde Laos’ nennt sich ein weiterer Ingersheimer Verein, der sich ebenfalls in der Dritten Welt engagiert. 2006 gegründet, setzt er sich für die Förderung der Laotischen Zivilgesellschaft ein und bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Wie die Vorsitzende Irene Heine berichtet, wurden 2016 eine ganze Reihe von Projekten umgesetzt, Patenschaften wurden aufgenommen, und man half bei Notfällen. Der Verein kümmert sich unter anderem um ein Blindenzentrum in Luang Prabang und um Schulprojekte.

Auch 2017 ist wieder ein Laos-Einsatz geplant. „Alle Patenschaften und Projekte werden persönlich individuell betreut“, hebt Irene Heine hervor.

www.freunde-laos.de

 www.kindern-eine-chance.org

Engagement in Laos

Hilfe zur Selbsthilfe Freunde Lao’s nennt sich einer weiterer Ingersheimer Verein, der sich in der Dritten Welt engagiert. 2006 gegründet, setzt er sich für die Förderung der Laotischen Zivilgesellschaft ein und bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Wie die Vorsitzende Irene Heine berichtet, wurden 2016 eine ganze Reihe von Projekte umgesetzt, Patenschaften wurden aufgenommen und man kümmerte sich um Notfälle. Der Verein kümmert sich unter anderem um ein Blindenzentrum in Luang Prabang und um Schulprojekte. Auch im kommenden Jahr ist wieder ein Laos-Einsatz geplant.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel