Freudental Die Freudentalerin Friederike Kempter ist als Schauspielerin erfolgreich

Freudental / GABRIELE SZCZEGULSKI 07.03.2013
Friederike Kempter aus Freudental startet derzeit im Fernsehen als Kommissarin in "Tatort" und "Tödlich bis heiter" durch. Für ihren anstrengenden Beruf tankt sie in ihrem Geburtsort Freudental bei ihrer Familie auf.

Frau Kempter, Sie sind in Freudental geboren und aufgewachsen, haben in Besigheim auf dem Christoph-Schrempf-Gymnasium Abitur gemacht. Jetzt leben Sie in Berlin. Kommen Sie noch häufig nach Freudental?

FRIEDERIKE KEMPTER: Oh ja, oft. Ich besuche meine Eltern, meine Familie und Freunde. Außerdem liebe ich die Ruhe und die Natur in und um Freudental. Das ist ja immer noch mein altes Zuhause, ich kann hier gut abschalten und auftanken. Außerdem liebe ich schwäbisches Essen.

Sprechen Sie Dialekt?

FRIEDERIKE KEMPTER: Ja. Natürlich muss ich für den Beruf umswitschen, aber das gelingt mir problemlos. Vor Kurzem habe ich auch für den SWR das Hörspiel "Luft holen" von Oliver Wnuk eingesprochen, auf Schwäbisch.

Wann haben Sie die Liebe zur Schauspielerei entdeckt?

FRIEDERIKE KEMPTER: Schon als Kind habe ich gerne gespielt. Dann habe ich auf der Schule in der Theater-AG mitgemacht und Kurse in der Kunstschule Labyrinth gemacht. Ich wollte unbedingt Theaterschauspielerin werden. Dann habe ich einen Schnupperkurs an einer Schauspielschule in München gewonnen, da wurde mir klar, das will ich machen.

Und wie sind Sie dann zum Film gekommen?

FRIEDERIKE KEMPTER: Ich hatte schon ein bißchen gedreht nach dem Abitur und meine Theaterlehrerin bei der Kunstschule Labyrinth war Sigrid Klausmann, die Frau von Walter Sittler. Daher wusste sie, dass man für Mariele Millowitsch für eine sogenannte Bodyswitch-Komödie eine Tochter sucht. Ich wurde genommen. Nach und nach kamen dann weitere Rollen.

Sie haben aber, obwohl Ihre Karriere schon anlief, eine Schauspielschule besucht.

FRIEDERIKE KEMPTER: 2000 bin ich nach Berlin gezogen und von 2003 bis 2006 habe ich dann die Fritz-Kirchhoff-Schauspielschule besucht, weil ich mein Handwerk lernen wollte.

Was haben Ihre Eltern zu Ihren beruflichen Plänen gesagt?

FRIEDERIKE KEMPTER: Sie haben mich immer unterstützt. Sie waren immer offen dafür, was ich wollte. Aber mal ganz ehrlich: Ich weiß nicht, ob ich wollte, dass mein Kind Schauspieler wird.

Warum?

FRIEDERIKE KEMPTER: Die Schauspielerei ist ein Beruf, in dem man schnell unglücklich werden kann. Es ist nie sicher, ob ich nächstes Jahr noch Jobs bekomme. Nur wenige schaffen es, von der Schauspielerei leben zu können.

Wie schaffen Sie es?

FRIEDERIKE KEMPTER: Man muss angstfrei sein. Und man muss unbedingt spielen wollen. Und ich spiele gerne, verwandle mich gerne.

Haben Sie nicht Angst, durch Ihre Rollen in Krimis auf die Kommisarinnen-Rolle festgelegt zu werden?

FRIEDERIKE KEMPTER: Nein, denn ich mache ja so vieles. Nur in der öffentlichen Wahrnehmung stehen Krimis derzeit sehr im Fokus, da wird man dann gerne auf diese Rollen reduziert.

Apropos Fokus: Viele jungen Leute wollen vor allem ein Star werden, im Fokus der Öffentlichkeit stehen, wie sieht das bei Ihnen aus?

FRIEDERIKE KEMPTER: Der rote Teppich oder glamouröse Galas sind nur ein kleiner Teil des Schauspielerlebens, auch das wird oftmals falsch in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Es gibt Schöneres als von 30 Fotografen bedrängt und fast blind fotografiert zu werden (lacht). Schöner ist es beispielsweise in Freudental spazieren zu gehen, das ziehe ich jeder Gala vor. Events können zwar auch schön sein, sie haben aber mit dem alltäglichen Schauspielerleben nicht viel zu tun. Das sieht dann doch anders aus und ist weniger glamourös.

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