Der Einstieg in eine Zukunftswerkstatt, die Gründung von Projektgruppen und die Einbindung von politischen Entscheidungsträgern sowie der Bürgerschaft will gut vorbereitet sein.

Im Ingersheimer Rathaus hält Hauptamtsleiterin Carolin Breitenöder beim Managementverfahren mit dem Titel "Familienfreundliche, bürgeraktive, demografiesensible Kommune" die Fäden in der Hand.

Hinter dem Managementverfahren verbirgt sich das Ziel, die Bürgerschaft über Generationen hinweg für die Entwicklung der Gemeinde und Verbesserung der Infrastruktur zu gewinnen. Und dies über einen längeren Zeitraum hinweg, inklusive professioneller Begleitung der Familienforschung Baden-Württemberg.

Im Vorfeld fand im Juli 2013 eine Auftaktveranstaltung für die Projektleiter aus allen 21 teilnehmenden Gemeinden beim Statistischen Landesamt statt. Im November war Ingersheim mit vier Teilnehmern bei der Demografiekonferenz in Gültstein vertreten, und im Dezember 2013 folgten Gespräche zwischen der Familienforschung und der Verwaltung über eine Zusammenarbeit.

Folgt man Carolin Breitenöder, steht Ingersheim auf den ersten Blick gut da. Ein Bevölkerungsrückgang sei nicht zu verzeichnen, und mit einer Apotheke, Arzt und Einkaufsmöglichkeiten bei Metzger und Bäcker sei man "gut aufgestellt". Schaut man jedoch genauer hin, gibt es Lücken im Einzelhandel, ein Drogeriemarkt ist längst abgezogen, die Gastronomieszene lässt zu wünschen übrig, und vor allem für ältere Bürger wird es immer schwieriger, die alltäglichen Aufgaben und Besorgungen zu bewältigen.

Gute Ansätze, so die Ingersheimer Hauptamtsleiterin, gibt es genug. Mit dem Betreuungs- und Bildungsangebot sei die Kommune attraktiv für junge Familien. Es gibt eine vielfältiges Vereinsleben, die Senioren- und Jugendarbeit ist etabliert. Gleichwohl müsse das Miteinander der Generationen weiter verbessert und vor allem gebündelt werden. Gegenseitige Hilfe und Netzwerke nennt Carolin Breitenöder als Stichworte. Jeder arbeite aber nur für sich. Auch müsse man sich die Frage stellen, wie man in Ingersheim in 25 Jahren leben kann.

In einem nächsten Schritt wird nun zunächst eine Projektgruppe gegründet, zusammengesetzt aus Mitarbeitern der Verwaltung, aus dem Gemeinderat und Vertretern des öffentlichen Lebens. Zunächst geht es darum, Bilanz zu ziehen und mit einer Analyse über Stärken und Schwächen aufzuzeigen, wo Ingersheim steht.

In einer Zukunftswerkstatt am 19. Juli in der SKV-Halle werden dann Arbeitsgruppen gegründet. Eine dort ausgearbeitete Prioritätenliste soll dann im Gemeinderat diskutiert werden, bis das Ergebnis wieder der Bürgerschaft vorgelegt wird, um so zu einer gemeinsamen Umsetzung zu kommen.

Carolin Breitenöder hofft auf eine starke Beteiligung aus der Bürgerschaft, die Verwaltung könne in diesem Prozess nicht alle Aufgaben bewältigen.

Und umsonst gibt es die Begleitung zu einer familienfreundlichen, bürgeraktiven und demografiesensiblen Kommune auch nicht: Für die Beratung und Moderation der Arbeitsgruppen sind rund 8000 Euro veranschlagt.