AVL Die AVL steht gut da

Die Deponie "Burghof" in Horrheim aus der Luft. Die Erlöse im vergangenen Jahr betrugen 5,7 Millionen Euro.
Die Deponie "Burghof" in Horrheim aus der Luft. Die Erlöse im vergangenen Jahr betrugen 5,7 Millionen Euro. © Foto: Martin Kalb
Kreis Ludwigsburg / UWE MOLLENKOPF 13.05.2016
Günstige Nachrichten für Gebührenzahler: Die Summe, die der Kreis der AVL für 2015 überweist, bleibt stabil, und damit wohl auch die Müllgebühr.

Die Zukunft beim Thema Biomüll und der Ärger um den Bauschutt aus dem Atomkraftwerk Neckarwestheim haben zuletzt die Diskussion um die Abfallwirtschaft im Landkreis bestimmt. Letzteres hat Dr. Utz Remlinger seinen Job als Geschäftsführer der kreiseigenen Abfallverwertungsgesellschaft (AVL) gekostet. In der Sitzung des Aufsichtsrats am Donnerstag war davon indes wenig zu spüren. Die Bilanz, die die AVL für 2015 vorlegte, ist tadellos.

Für den Kreis ist bei der AVL-Bilanz der sogenannte Zuweisungsbedarf entscheidend. Das ist die Summe, die er der AVL für deren Ausgaben bei der Müllentsorgung erstatten muss - nach Abzug der Erlöse, welche diese selbst erwirtschaftet hat. Gerechnet hat man für 2015 mit einem Zuweisungsbedarf von 22,7 Millionen Euro, tatsächlich werden nun nur 19,3 Millionen benötigt. Das heißt, der Kreis kommt um 3,3 Millionen Euro günstiger weg.

Das ist insbesondere für den Gebührenzahler wichtig. Denn den größten Teil der Zuweisung (18,1 Millionen Euro, Vorjahr: 17,9 Millionen) holt sich der Kreis wieder über die Müllgebühren. Ein kleinerer Teil (1,1 Millionen Euro) ist für die Nachsorge in den Deponien gedacht und deshalb nicht gebührenrelevant.

Entscheidend für die Müllgebühren ist auch, die hoch die Wertstofferlöse sind. Denn die werden von der AVL vorab an den Kreis überwiesen, womit die Zuweisung noch weiter gesenkt wird. Nach den Worten von Henning Makevic, dem AVL-Abteilungsleiter für Finanzen, wurden 2015 vier Millionen Euro an Wertstofferlösen eingenommen, eine stattliche Summe, die in etwa der Höhe des Vorjahres (3,9 Millionen Euro) entspricht. Dabei spielen die Erlöse aus der Einsammlung und dem Verkauf von Altpapier und Altmetall die Hauptrolle. Die Wertstofferlöse stellen bereits seit Jahren eine wichtige Einnahmequelle für den Kreis dar, die sich dämpfend auf die Müllgebühren auswirkt.

Ebenfalls hoch waren im vergangenen Jahr die Erlöse, welche die AVL auf ihren Deponien erwirtschaftete. Sie lagen bei 11,9 Millionen Euro, was auf dem Niveau des Vorjahres liegt, aber den Budgetansatz um 4,6 Millionen Euro übersteigt. 6,2 Millionen Euro Erlöse wurden auf der Deponie "Am Froschgraben" in Schwieberdingen erzielt, 5,7 Millionen Euro auf der Deponie "Burghof" in Horrheim.

Dies, obwohl die AVL Anfang 2015 Maßnahmen ergriffen hat, um die Abfallmengen durch höhere Entgelte zu reduzieren. Man will damit verhindern, dass das verfügbare Deponievolumen im Kreis zu schnell verfüllt ist. Doch ein etwas geringeres Deponievolumen hat in Kombination mit den höheren Entgelten zu ähnlich hohen Gesamterlösen wie im Vorjahr geführt. Eine halbe Million Euro betrug der anteilige Gewinn aus der Deponie Hamberg bei Maulbronn, welche die AVL gemeinsam mit dem Enzkreis betreibt.

Die Ursachen der hohen Nachfrage auf den Deponien sind bekannt: Es sei die intensive Bautätigkeit in der Region, die zu großen Mengen an Bauschutt führe, sagte Henning Makevic.

Unter dem Strich verzeichnet die AVL einen satten Gewinn von rund 4,9 Millionen Euro, der im kommenden Jahr (abzüglich Steuer) an den Kreis ausgeschüttet werden soll. Dass es nicht an den Rekordgewinn von 2014 (7,0 Millionen) herangereicht hat, liegt an höheren Rückstellungen für die Deponie-Nachsorge. Das Votum des Aufsichtsrats zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Entlastung von Utz Remlinger als Geschäftsführer für das vergangene Jahr fiel angesichts dieser Zahlen einstimmig aus.

Im Aufsichtsrat gab es durch die Bank viel Lob für das AVL-Geschäftsergebnis, und man war sich einig in der Erwartung, dass sich das in den nächsten Jahren in stabilen Müllgebühren niederschlagen müsse. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Dr. Rainer Haas, riet noch zum Abwarten, ließ aber auch durchblicken: "Es sieht nicht schlecht aus."

Ganz ohne das Thema GKN-Schutt und Asbest-Panne in Schwieberdingen ging die öffentliche Sitzung dann doch nicht zu Ende. Aufsichtsrat Gerhard Jüttner (SPD) aus Tamm erkundigte sich, ob Vorsorge getroffen sei, um Ähnliches künftig zu verhindern. Zur Erinnerung: Von der örtlichen Bürgerinitiative war der AVL vorgeworfen worden, Asbestabfall zu lange nicht abgedeckt gelagert zu haben. Albrecht Tschackert, der Technische Leiter der AVL, gab in seiner Antwort bekannt, dass das interne Kontrollsystem ausgeweitet worden sei. "Das darf sich nicht wiederholen", unterstrich er im Aufsichtsrat.

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