Interview Die „Goldenen Zwanziger“ kritisch beäugt

Manfred Langner. Foto: BZ-Archiv
Manfred Langner. Foto: BZ-Archiv © Foto: Foto: BZ-Archiv
Stuttgart / Patricia Fleischmann 19.12.2016

 „Ein Tanz auf dem Vulkan“ von Manfred Langner und Horst Maria Merz wird im Alten Schauspielhaus Stuttgart uraufgeführt.

Herr Langner, Inwiefern ist „Ein Tanz auf dem Vulkan“ auch eine Hommage an die Schwabenmetropole?

Manfred Langner: Als Theater-Intendant mache ich ja immer zu allererst Theater für die Stadt, in der ich lebe und arbeite. Und hier eben auch einmal über die Stadt. Stuttgart in den Zwanziger Jahren, das ist ein spannendes Thema, für das ich sehr umfangreich recherchiert habe. Und dem Thema entsprechend ist es nicht nur eine Hommage und augenzwinkernde Bestandsaufnahme, sondern auch ein kritischer Blick auf diese Epoche. Darüber hinaus soll „Ein Tanz auf dem Vulkan“ auch beste Unterhaltung bieten.

Das Stück ist keine reine Nummernrevue – welche Handlung liegt ihm zugrunde?

Ein Stück über die Zwanziger Jahre kann nicht nur ein Rückblick auf diese Epoche sein. Wir müssen uns fragen, was wir aus der Vergangenheit gelernt haben. Demzufolge schauen wir ein wenig in die Zukunft und  erleben die Revue „Ein Tanz auf dem Vulkan“ als Generalprobe einer Theatertruppe am Vorabend des Silvestertages 2019. In dieser Rahmenhandlung haben sich die politischen Vorzeichen verändert, und unsere Theatertruppe muss feststellen, dass ihre Revue der „Roaring Twenties“ auch kritisch beäugt wird. Ganz so „golden“ waren diese Zwanziger eben auch in Stuttgart nicht. Und so erleben wir durchaus einige Parallelen zu unserer heutigen Welt.

Ein Spiel im Spiel also. Sind die Schauspieler denn überregional bekannt, etwa durch das Fernsehen?

Unsere Schauspieler arbeiten ja in der Regel bundesweit und sind daher auch über die Region hinaus bekannt. Allerdings in diesem Fall nicht vordringlich durchs Fernsehen, sondern eher durch Musical- und Theaterproduktionen, wie etwa Antje Rietz oder Harald Pilar von Pilchau. Für eine Revue wie „Ein Tanz auf dem Vulkan“ braucht man  Künstler, die ebenso gut singen wie tanzen und spielen. Und vielleicht auch noch ein Instrument spielen. Insgesamt bin ich sehr froh über unser Ensemble und unsere Band. Patricia Fleischmann

Info Weitere Aufführungen noch bis zum 4. Februar täglich außer sonntags um 20 Uhr.

www.schauspielbuehnen.de