Ob die Corona-Krise den Absatz von Wein der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft, WZG, nachhaltig beeinträchtigt, das lässt sich aus Sicht der WZG-Führung noch nicht seriös abschätzen. Doch das Risiko von dramatischen Einbußen ist gering. Denn mehr als 90 Prozent seiner Weine verkauft die WZG an den Lebensmitteleinzelhandel im Inland, einen Großteil davon an Getränkehändler und Supermärkte. In der von der Krise stark betroffenen Gastronomie und im Export sind Weine von der WZG kaum anzutreffen.

Trotzdem muss die Zentralgenossenschaft mit den Tücken des Weinmarktes kämpfen, die Absatzmärkte seien „außerordentlich herausfordernd“, stellt die WZG-Führung anlässlich der Vorstellung des Geschäftsberichts für 2019 fest. Die Gründe: Mehr als jede zweite Flasche Wein, die in Deutschland verkauft wird, stammt aus dem Ausland, der Konsum von Alkohol wird zunehmend problematisch diskutiert, in Deutschland wird immer weniger Wein verkauft.

3,11 Euro pro Flasche

Dabei wird der Wein aus Württemberg vergleichsweise besser bezahlt als der aus anderen Gebieten. Im Durchschnitt ist der Kunde bereit 3,11 Euro für die Flasche Wein aus Württemberg in der Dreiviertelliter-Flasche auf den Tisch zu legen, für Wein aus Deutschland sind es dagegen im Schnitt lediglich 2,48 Euro, das sind noch einmal sechs Cent weniger als im Jahr zuvor. Etwas mehr als die Hälfte ihres Weines verkauft die WZG in der Literflasche.

Rückläufige Zahlen

Die WZG verkaufte im vergangenen Jahr 27,6 Millionen Liter Wein, das ist ein Rückgang von 2,5 Prozent. Als Folge sanken die Umsätze um 3,1 Prozent auf 85,7 Millionen Euro. Davon entfielen 49,9 Millionen Euro auf den Umsatz mit WZG-Weinen (-3,6 Prozent) und 33,9 Millionen Euro auf den Umsatz mit Weinen der angeschlossenen Genossenschaften. Während eine Produktreihe mit süßen und fruchtigen Weinen Zuwachsraten am Markt verbucht, sind Produktreihen wie das Nationale Rebsortensortiment und die Serie Edition Gourmet mit drei Prozent rückläufig.

Für das Jahr 2020 sind die Erwartungen der WZG ebenfalls zurückhaltend, mit steigenden Absatzmengen sei nicht zu rechnen. Zu Beginn des Jahres hatte die WZG ihre Preise erhöht. Dies sei aufgrund von massiven Kostensteigerungen unvermeidlich gewesen. Ihre Hoffnung auf Wachstum setzt die Zentralgenossenschaft in den Absatz ihrer eigenen Weinen außerhalb Württembergs. Dieser Anteil liege mittlerweile bei 69 Prozent.

17,6 Prozent weniger Wein als 2018


Die der WZG angeschlossenen Genossenschaften haben im vergangenen Jahr etwa 19,79 Millionen Liter Wein geerntet, das sind 17,6 Prozent weniger als im Jah zuvor. Die Bestände, die in den Kellern der Zentralgenossenschaft in Möglingen lagern, stiegen damit auf 33 Millionen Liter.

Der Wein stammt von 1907 Hektar Rebfläche in Württemberg, die von teilabliefernden Genossenschaften bewirtschaftet werden. Weitere 396 Hektar werden von Genossenschaften bewirtschaftet, die ihre komplette Ernte an die WZG zur Weiterverarbeitung und zum Vertrieb abliefern. sol