Ingersheim Dem Chaos eine Form geben

Dieter Oberdorf zeigt im Ingersheimer Rathaus noch bis zum 31. Oktober Fotografien und rund 30 Skulpturen.
Dieter Oberdorf zeigt im Ingersheimer Rathaus noch bis zum 31. Oktober Fotografien und rund 30 Skulpturen. © Foto: Helmut Pangerl
RUDOLF WESNER 14.10.2013
Eine Ausstellung mit künstlerischen Fotografien und harmonischen Skulpturen des in Walheim lebenden Künstlers Dieter Oberdorf ist jetzt im Ingersheimer Rathaus eröffnet worden.

Als Hausherr freute sich Ingersheims Bürgermeister Volker Godel über die große Zahl von Besuchern der Vernissage, die am Freitagabend stattfand. Musikalisch kunstvoll umrahmte die Veranstaltung die Pianistin Tamara Honstetter. In die Werke von Dieter Oberdorf führte der Journalist Jörg Palitzsch, ein, der unter anderem anmerkte, der Künstler gebe dem Chaos und der natürlichen Gewalt der Welt vor allem in seinen Skulpturen Struktur und Gestalt.

Beim Rundgang durch die Ausstellung entsteht deren eindringliche Wirkung auf die Besucher nicht zuletzt aus dem idealen Nebeneinander von kunstvoller, mit aus Farben wachsenden Schwüngen die Augen anziehender Fotografie und skulpturalen Arbeiten, die in ihrer vitalen Formenvielfalt ansprechen.

Die Vielschichtigkeit des künstlerischen Schaffens von Dieter Oberdorf wird damit mit jedem Schritt durch die Flure des Rathauses erkennbar. Der Künstler selbst schrieb in einem Begleittext zu seiner Ingersheimer Ausstellung: "Meine Skulpturen und Fotografien können ein positives Lebensgefühl, Vertrauen und Energie transportieren."

Die fotografischen Arbeiten sind abstrakt und bestechen mit ihren glutvollen Farben, was einem speziellen Druck mit Pigmenten auf schwerem Büttenpapier zu verdanken ist. Dieter Oberdorf gab seinen Fotografien, von denen er jeweils höchstens zehn Abzüge fertigen lässt, zwar konkrete Titel, wies aber im Gespräch darauf hin, dass er darin keineswegs nachhaltig vergrößerte Details etwa aus Blüten oder Naturerscheinungen in verfremdeter Form zeige, sondern dass in den Bildern allein frei entworfene farbige Formen erkennbar seien.

Diese stehen in enger Verbindung zu den Skulpturen des Walheimer Künstlers. Es ist eine Form der Wandlung, die er zur Grundidee für seine Ingersheimer Ausstellung wählte. Dazu Palitzsch: "Die Skulpturen sind nicht nur Ausdruck einer Konzeption, die in totes Material getrieben wird, sie erzählen vom Wesen von Raum und Zeit, von Wahrnehmungen und ganz großen Gefühlen."

In Bronze, Edelstahl, Marmor oder Eichenholz, aber auch mit dem höchst aufwändigen Aluminiumguss gestaltete Dieter Oberdorf seine insgesamt 29 Skulpturen, die im Rathaus zu sehen sind. Einige ragen hoch hinein in den Raum, andere sind von miniaturhafter Gestalt und stehen deshalb in Vitrinen.

Insgesamt sprechen sie sowohl in ihrer fein ästhetischen, geschmeidigen, stets auch aus vitaler innerer Spannung gewachsener Formengebung, als auch mit ihren von glanzvoller Farbigkeit geprägten Oberflächen an, die sich als wahre Schmeichler erweisen, wenn man die Fingerspitzen darüber gleiten lässt. Was jedoch die Aussagen dieser beeindruckenden Werke angeht, so fand Palitzsch dazu die richtigen Worte, als er meinte, in den Skulpturen von Oberdorf verwandele sich Materielles in Geistiges. Und er ergänzte: "Seine Skulpturen aus dem Dialog der Welten sollen den Betrachter zu einer Selbstreflexion anregen". Schon allein deshalb ist es ratsam, sich Zeit zu nehmen für den Besuch dieser Ausstellung.

INFO Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr sowie montags auch von 15 bis 18 Uhr. Der Künstler führt durch seine Ausstellung montags jeweils um 14 und 15 Uhr. Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 31. Oktober.