Freiberg Das El Dorado der Rockabilly-Szene

Von Gabriele Szczegulski 02.08.2018

Klammheimlich hat sich im Freiberger Industriegebiet etwas zusammengebraut: Im vergangenen Jahr fanden auf dem Gelände des Gaumentanz in Freiberg die ersten Rockabilly Days statt und mehr als 4000 Besucher kamen – ein voller Erfolg für die Veranstalter Florian Lutz, Geschäftsführer der gleichnamigen Bäckerei und des Gaumentanz, Alexander Rödiger von der Ludwigsburger Firma Fettstube, und Veranstaltungstechniker Hagen Ofterdinger sowie Marcel Müller, der für die Autoshow verantwortlich ist. Dabei ist eigentlich nur Rödiger ein Rockabilly-Fan. „Mir gefallen die Autos aus den 50ern gut“, sagt Florian Lutz, „mit Rockabilly hatte ich bis dahin nichts am Hut“. Schon sofort nach dem ersten Festival bekamen Lutz und Co. Anfragen, wann denn das nächste Festival stattfindet. „Freiberg entwickelt sich zum El Dorado der Rockabilly-Szene“, sagt Florian Lutz und rechnet mit noch mehr Besuchern als im vergangenen Jahr. „Wir wollen auch immer besser werden.“

Die Idee eines Rockabilly-Festivals hatte eigentlich Lutz’ Angestellte Jessica Mieles. „Sie meinte, dass das Gelände rund um den Gaumentanz in Ludwigsburg eigentlich super geeignet für ein Festival sei und dass ein Rockabilly-Tag bestimmt gut ankommen würde“, so Lutz.

Gesagt, getan, die drei Männer fingen an zu planen und aus einem Tag wurde schnell ein dreitägiges Festival, das in diesem Jahr seine Fortsetzung findet. „Wir hatten sehr viele Fans aus der Umgebung und gleichzeitig auch viele Rockabillys aus ganz Deutschland und Europa hier“, sagt Florian Lutz, der zugleich auch die große Hilfe und das Interesse an diesem Festival vonseiten der Stadt Freiberg betont. „Die Stadtverwaltung half uns, wo sie konnte, und in diesem Jahr haben sie uns sogar ein Gelände als Parkplatz zur Verfügung gestellt.“ In Freiberg hätten die Rockabilly Days nur positives Echo erlebt, sagt er.

Viel Platz brauchen die Rockabilly Days. Neben der großen Bühne für die diversen Bands und Shows und den Marktständen mit Devotionalien aus den 50ern und alles für Mode und Frisur gibt es auch einen Oldtimer-Wettbewerb. Die Autos umranden sozusagen das Festivalgelände und sind ein wahrer Hingucker. Zudem gibt es einen Campingplatz auf dem Gelände, auf dem weitgereiste Fans übernachten können. Das Gaumentanz-Team von Florian Lutz sorgt für besondere und passende Speisen. „Wir haben uns kulinarisch für den American-Barbecue-Stil entschieden“, so Lutz. Seine Mitarbeiter seien „richtiggehend frenetisch“, wenn es um die Rockabilly Days gehe. „Sie kleiden sich im Stil der 50er-Jahre und haben richtig Spaß.“

Wer auf Zeitreise in die Fifties geht, der will tanzen. Acht Bands und zwei DJs sorgen bei den Rockabilly Days dafür, dass dieser Wunsch erfüllt wird. Headliner des Festivals werden The Jets aus Großbritannien sein, die den Rockabilly-Stil seit 40 Jahren pflegen und international an erster Stelle in der Rockabilly-Szene stehen.

Auch The Pinstripes aus Ludwigsburg, The Booze Bombs aus Calw, Back Seat Boogie aus Italien, The Railbones, The Mercy Rebels aus Stuttgart, Dusty Dave & The Heart Attacks aus Benningen und schließlich the Skaphandermen aus Heilbronn sorgen mit ihrem schnellen harten Rockabilly-Sound für swingende Hüften und twistendes Bein. Es gibt sogar einen Tanzworkshop für Boogiewoogie sowie eine Burlesque-Show.

Autoshow der 50er-Jahre

Die Autos im bunt leuchtenden Lack mit ihren steilen, dynamischen Heckflossen, die großen US-amerikanischen Straßenschiffe und die geliebten alten deutschen Fabrikate – bei den Rockabilly Days sind sie alle dabei. Der Cadillac steht hier neben dem Käfer und neben der Vespa. Eine Jury prämiert die schönsten Fahrzeuge. Der Samstag, 4. August, ist der Tag der Autos, die vor 1965 erbaut wurden, am Sonntag, 5. August, geht es um die Frage, wer den besten Wagen fährt, der zuerst vor 1976 zugelassen wurde.

Und das Beste kommt zum Schluss: Das Festival kostet keinen Eintritt. „Das wollen wir möglichst so beibehalten, wir wollen, dass jeder, der Lust hat, kommen kann, und wenn er will auch mehrmals“, sagt Lutz. Das Festival finanziere sich, so sagt der Chef über 200 Mitarbeiter, über die Einnahmen aus der Gastronomie und den Standgebühren. „Reich wird man dabei nicht, aber es macht so viel Spaß“, sagt Lutz.

Programm bei den Rockabilly Days

Das Programm bei den zweiten Rockabilly Days auf dem Gelände des Gaumentanz in der Porschestraße 5 in Freiberg ist kostenfrei.

Freitag, 3. August:
14, 18, 19.30 und 23 Uhr, DJ Spy
17 Uhr, The Skaphandermen
18.30 Uhr, Dusty Dave
19 Uhr, Burlesque Make-up-Workshop
20 Uhr, The Boozebombs
21.30 Uhr, The Backseat Boogie

Samstag, 4. August:
13, 18, 21 und 23 Uhr, DJ Surprise, DJ Spy
15 Uhr, Oldtimer Show
15 Uhr, Burlesque-Workshop
16.30 Uhr, Tanzworkshop Boogie-Woogie und Jive
18.30 Uhr, The Railbones
20 Uhr, Pinstripes
21.30 Uhr, The Jets

Sonntag, 5. August:
11, 13, 14.30 und 16.30 Uhr, DJ Spy
12, 13.30 Uhr, The Mercy Rebels
14 Uhr, Burlesque-Basis-Workshop
15 Uhr, Oldtimer Award sz

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