Vaihingen Dach-Sanierung wird zum Kraftakt

Vaihingen / RUDI KERN 20.11.2015
In Vaihingen ist am Mittwoch der Entwurf für den Haushalt 2016 vorgestellt worden. Die Stadt hat viel vor der Brust, etwa die Sanierung des Dachs des Stromberggymnasiums.

Knapp zwei Millionen Euro fehlen für ein ausgeglichenes Ergebnis im Vaihinger Haushaltsplan 2016. Der Entwurf wurde am Mittwoch im Gemeinderat eingebracht. Allzu große Themen finden darin keinen Niederschlag. Der Entwurf von Stadtkämmerin Melanie Lerche zeigt zwar eine Verbesserung von zwei Millionen Euro gegenüber 2015 auf, was aber die finanzielle Lage der Stadt nicht entspannt. "Es sieht nicht rosig aus, betrachtet man 2016 isoliert", meinte Oberbürgermeister Gerd Maisch.

In die Gesamtberechnung müsse 2015 einbezogen werden. Diese Zahlen gestalteten sich etwas beruhigend und spürbar besser als prognostiziert. Der Finanzzwischenbericht vor einigen Tagen deutete auf Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 8,5 Millionen Euro hin, wahrscheinlich sogar mehr, so Maisch. Zudem komme der Finanzausgleich nach der aktuellen Steuerschätzung etwas günstiger. Auszugehen ist für 2015 von einem positiv ordentlichen Ergebnis, was heißt: Sämtliche Abschreibungen können erwirtschaftet und ein Vermögenszuwachs kann verbucht werden.

Im Rathaus wird künftig weiter auf Steuerverbesserungen, weniger Ausgaben und günstigere Projekte gesetzt. "Gemeinderat und Verwaltung wissen, dass wir uns nicht alles leisten können, was wünschenswert wäre", so Maisch. Ein Minus von 1,9 Millionen Euro ist im Haushaltsentwurf für das ordentliche Ergebnis im Etat verbucht. Bedient werden können alle Ausgaben des Ergebnishaushaltes, nicht jedoch die Abschreibungen. "Als Cash-flow - im kommunalen Haushaltsrecht der Zahlungsmittelüberschuss - bleiben rund 1,7 Millionen Euro übrig", so Maisch. Die Stadt lebe weiterhin von der Substanz.

Von den 1,7 Millionen Euro werden 1,1 Millionen für Tilgungen verwendet. Nur 600 000 Euro blieben für Investitionen. Zu wenig, weshalb aus den Rücklagen, den liquiden Mitteln der Vorjahre, die auch aus früheren Kreditaufnahmen entstanden, zurückgegriffen wird. Eine Kreditaufnahme ist für 2016 nicht vorgesehen. Die voraussichtliche Liquidität am Jahresanfang beträgt 18,7 Millionen Euro, die zum Jahresende rund 15 Millionen Euro. Der Schuldenstand Ende 2016: 21,8 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen liquide Mittel von 15 Millionen Euro.

Die wichtigsten Investitionen werden die Bildung und Betreuung betreffen. Dabei wird das Glasdach des Stromberggymnasiums schon zu einem Kraftakt, so der OB. Die Sanierung schlägt mit 1,3 Millionen Euro zu Buche. Weiter im Plan steht die Sanierung der Fachklassenräume in der Ferdinand-Steinbeis-Realschule. In Anbetracht der Schulentwicklung und der aufgetretenen Schadstoffbelastung in Räumen der Schule in Enzweihingen schlug Maisch dem Gemeinderat vor, einen Schulentwicklungsplan zu erarbeiten. Entsprechende Mittel sollen im Haushalt berücksichtigt werden.

Auf der Wunschliste der Stadt - hierzu gibt es bereits einen Grundsatzbeschluss - steht der Neubau einer Sporthalle. Die Fläche am Alten Postweg soll vom CJD bald geräumt werden. Gerechnet wird mit dem Kaufvertrag für Beginn 2016. Gebaut werden soll frühestens Ende 2017, die Finanzplanung sieht hierfür schon Investitionsraten vor. Insgesamt 6,5 Millionen Euro sind bis zum Ziel im Finanzjahr 2019 eingeplant. Auch die Umgestaltung der WEG-Trasse zum Radweg, für den 1,2 Millionen Euro investiert werden, steht an.

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