Der nun ab Dienstag von der Landesregierung vorgegebene Unterrichtsausfall trifft Claus Stöckle, Rektor der Aurainrealschule in Bietigheim-Bissingen. „Es gibt keine Schulcloud-Lösungen die in der Kürze so aufbereitet werden können, dass man dort etwa Video-Unterricht abhalten kann“, sagte der Pädagoge auf BZ-Anfrage am Freitagnachmittag. Man wolle nun auch den angekündigten Brief oder die Mail der Kultusministerin abwarten und hoffe auf klare Vorgabe, vor allem was die Prüfungen angehe. Auch sei noch nicht klar, ob die Lehrer selbst noch in die Schule kommen dürften. Derzeit sieht Stöckle nur über E-Mail oder Dropbox Möglichkeiten, Aufgaben zu verteilen und wieder zurückzuerhalten. Dafür gebe es Klassenlisten mit den Adressen der Eltern. Das laufe dann über die Elternvertreter. Am Montag will Stöckle das genaue Vorgehen der Realschule festlegen.

In der Sandschule wurden schon einige Arbeitsmaterialien für die Schüler vorbereitet, die in einer Cloud bereitstehen und per E-Mail verschickt werden, so Schulleiterin Isolde Steigelmann. Die Pläne für die Primärstufe, also für die Grundschüler, hat man den Eltern schon übermittelt, diese sollen dafür sorgen, dass ihre Kinder regelmäßig lernen. Steigelmann macht am Montagvormittag noch eine Lehrerkonferenz, um weitere Vorgehen zu besprechen.

Das sagen die Eltern

Laut Gabriele Kretzer, Gesamtelternbeiratsvorsitzende in Bietigheim-Bissingen ist der Tenor bei den Eltern eher positiv zu den Schulschließungen, nach dem Motto „ärgerlich, aber nötig“. Es gelte nun, drängende Fragen zu den anstehenden Prüfungen zu klären. Dass Eltern die Aufgaben übermitteln sollen, sei bei den Elternvertretern bislang noch nicht angekommen. „Ich persönlich finde aber, dass es nicht ausreicht, einfach Arbeitsblätter hin- und herzuschicken“, sagt Kretzer. Gerade in den Abschlussklassen hätten Schüler häufig Rückfragen, auf die eingegangen werden müsse.

Zur Betreuung sagt Kretzer, dass dies momentan ein großes Problem darstelle. Wahrscheinlich laufe es darauf hinaus, dass sich mehrere Eltern zusammenschließen, denn die Kinder würden sich ohnehin weiter gegenseitig besuchen. Die Kinder freue es wahrscheinlich zunächst, nicht zur Schule zu müssen, aber gerade bei Abschlussklassen sei die Freude getrübt, weil damit auch Abschlussfahrten entfallen.

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