Reisemobile sind der Renner auf der CMT. Egal, wohin die Messebesucher hinschauen, die Vehikel stehen vereinzelt gleich am Eingang und in mehreren Hallen dicht gedrängt. In allen Größen und Formen sind sie auf der Urlaubsmesse der Blickfang.

Reiselustige Babyboomer sind frisch in der Rente oder stehen kurz davor. Mancher Besucher liebäugelt trotz eines Anschaffungspreises jenseits der 50 000 Euro mit einer solchen Investition, um jederzeit in den Urlaub starten zu können. Und die Tourismusgemeinschaft 3B-Land profitiert vom Boom der fahrenden Touristen.

Die Stadt Bietigheim-Bissingen hat auf dem Parkplatz Farbstraße sieben Stellplätze für Wohnmobile. Sechs davon waren am Montagfrüh belegt, hat Touristikchef Eric Reiter beobachtet, bevor er sich zur Landesmesse am Stuttgarter Flughafen aufmachte. Die Kennzeichen stammten aus vielen Teilen Deutschlands. Es ist gut möglich, dass die Fahrzeugbesitzer von dort mit der S-Bahn zur CMT gefahren sind, um sich auf einer der größten Urlaubsmessen Europas zu informieren.

Solche für die Nutzer günstigen Stellplatzangebote mit Frischwasser- und Stromversorgung sowie die Möglichkeit, Abwasser zu entsorgen, ziehen von Jahr zu Jahr mehr Gäste an, weiß man im 3B-Land. Das hat die Stadt Besigheim erkannt, die beim Minigolfplatz gleich 15 Stellplätze anbietet. Die Nacht kostet 7,50 Euro. Dafür ist W-Lan inklusive. Die Felsengartenkellerei hat an ihrem Standort Hessigheim fünf Plätze im Angebot. Und das kostenlos. So können Gäste nach der Weinverkostung gleich ins mobile Bett fallen.

Aufenthalt in der Region

Normalerweise lebt das 3B-Land touristisch von Tagesausflüglern aus der näheren Umgebung. Wohnmobil-Touristen kommen dagegen aus größerer Entfernung und zum Teil aus dem Ausland. Wären sie mit einem Auto unterwegs, blieben sie im 3B-Land nicht unbedingt über Nacht. So aber erschließen sie von ihrem Wohnmobilstellplatz in mehreren Tagen die Region. Sie lassen ihren klobigen Wagen stehen und fahren mit dem ÖPNV nach Ludwigsburg, Stuttgart oder Heilbronn. Wenn sie abends zurückkehren, gehen sie meistens in ein Gasthaus essen. „Camper kochen selten, auch wenn sie eine komplette Küche in ihrem Mobil haben“, stellt Reiter fest. Laut einer Erhebung geben solche Touristen am Tag und pro Person etwa 35 Euro aus. Der Tourismusexperte kann den Kommunen nur empfehlen, weitere Stellplätze für Wohnmobilisten auszuweisen.

Das 3B-Land ist schon lange mehr als das Dreigestirn aus Bietigheim-Bissingen, Besigheim und Bönnigheim. Erligheim, Freudental, Kirchheim, Löchgau und Walheim sind ebenfalls in der Tourismusgemeinschaft. Gemmrigheim und Mundelsheim sind dieses Jahr hinzugestoßen.

Traditionell präsentiert sich das 3B-Land auf der CMT in der Baden-Württemberg-Halle 6 nicht mit der Region Stuttgart, sondern mit dem Verein Kraichgau-Stromberg Tourismus. Seit zwei Jahrzehnten ist das schon so. Doch in diesem Jahr ist aus der „losen Standgemeinschaft“ (Reiter) eine optische Einheit geworden. Die Dekoration auf der 80 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche ist nun aus einem Guss. Die Städte haben sich ein gemeinsames Logo zugelegt. Großflächige Fotos locken Besucher von weitem an. Und selbstverständlich Weinproben: Am Montag schenkte Stephan Muck aus Bietigheim-Bissingen Wein aus seinen Steillagen aus.

Zwei Genossenschaften

Die beiden Weingenossenschaften der Region, die Weingärtnergenossenschaft Stromberg-Zabergäu (am 16. und 17. Januar), die Felsengartenkellerei Besigheim (am 18. und 19. Januar) und Roland Vollmer am 15. Januar haben ebenfalls zum Probieren am Weinfass eingeladen. Beworben werden zudem die beiden Wein- und Wanderevents „Weinige Schifffahrt“ am 21. Juni und „Wein-Höhepunkte“ am 16. August. An diesem Tag kann man auf einen 14 Kilometer langen Rundweg zwischen Bietigheim-Bissingen, Besigheim und Löchgau „genusswandern“.

Im Mittelpunkt der Werbung stehen auf dem 3B-Land-Stand klassisch neben den Weinlagen Stadtführungen und insbesondere Radtouren. Zu finden ist das 3B-Land auf der CMT 2020 in der Zeit noch bis 19. Januar in Halle 6 am Stand Nr. 6 F 36.