Maschinenbauer China bleibt mit der wichtigste Markt

Die Luftaufnahme zeigt die eben erst eröffnete neue Produktionshalle der Trumpf-Tochter JFY im chinesischen Yangzhou.
Die Luftaufnahme zeigt die eben erst eröffnete neue Produktionshalle der Trumpf-Tochter JFY im chinesischen Yangzhou. © Foto: Trumpf
Kreis Ludwigsburg / bz/luk 17.05.2018

Mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der EU sind die Marktpraktiken Chinas wieder in die Diskussion gekommen. Auch in Europa werden die Stimmen lauter, die China ein unfaires Agieren auf dem Weltmarkt vorwerfen. Eine Debatte, die die deutschen Exportunternehmen und die Maschinenbauer der Region gerade gar nicht gebrauchen können. Bundesweit planen Unternehmen 2018 so hohe Auslandsinvestitionen wie noch nie. Und China spielt dabei eine ganz wichtige Rolle, auch und vor allem für die Wirtschaft im Großraum Stuttgart. Laut einer Erhebung der IHK in Stuttgart aus 2017 gehen nach der Eurozone die meisten Investitionen aus der Region nach China – und das nicht aus Kostengründen, sondern vor allem, um Märkte zu erschließen.

Auf der Hauptversammlung des Maschinen- und Anlagenbauers Dürr in Bietigheim-Bissingen legte Vorstandschef Ralf W. Dieter Zahlen für sein Unternehmen vor. Ein Drittel des Rekord-Auftragseingangs kam 2017 aus Asien, Afrika und Australien. Und Dürr rechnet in Zukunft mit einem noch besseren Geschäft in Asien, vor allem in China. Dort verzeichnete man ganz aktuell im ersten Quartal 2018 bereits weitere Nachfragezuwächse. Dies wirkt um so schwerer, da das boomende China-Geschäft Rückgängen bei den Lackierrobotern in Nordamerika gegenübersteht (Bericht auf dieser Seite).

Seinen ungebrochenen Glauben an den asiatischen Markt manifestiert der Konzern durch regelmäßige und erhebliche Investitionen vor Ort. Anfang 2017 weihte Dürr in Shanghai einen neuen Campus für 800 Mitarbeiter ein, den sich sich das Unternehmen 25 Millionen Euro hat kosten lassen.

Jetzt legte der Maschinenbauer und Laserspezialist Trumpf nach und eröffnete feierlich die neue Produktionsstätte der Trumpf-Tochter JFY in Yangzhou. Zwölf Millionen Euro hat das Familienunternehmen aus Ditzingen in ihren „bislang größten Produktionsstandort weltweit“ investiert. JFY produziert mit 771 Mitarbeitern vor allem Laser-, Stanz- und Biegemaschinen. Mit weit mehr als 1000 dieser CNC-Maschinen pro Jahr ist JFY laut Trumpf Marktführer in China und produziert zudem mehr Biegemaschinen als die Trumpf-Gruppe weltweit. Zudem stellt die 2013 erworbene Tochter mehrere hundert Laserschneid- und Stanzmaschinen her und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von 86 Millionen Euro.

Anlässlich dieser Zahlen musste Trumpf-Gesellschafter Mathias Kammüller nicht eigens betonen, dass der chinesische Markt für Trumpf von „herausragender Bedeutung“ sei. „Die gegenwärtigen Handelsstreitigkeiten zwischen China und USA sehen wir deshalb zwar mit grundsätzlicher Sorge“, so Prokop, „insbesondere was einen möglichen Anstieg der Stahlpreise anbelangt. Aber sie tangieren unser China-Geschäft bislang noch nicht.“

Er verwies darauf, dass Trumpf  gezielt auf die Stärkung des Marktes vor Ort setze und Entwicklungsthemen nicht nach Deutschland zurückverlagere. „Die Dynamik des chinesischen Marktumfelds werden wir durch eine Stärkung von Entwicklung, Produktion und Service in China nutzen. Der öffentlich vielfach diskutierte Exit from China ist für uns daher keine Option, im Gegenteil.“