Direktmandate CDU-Siege mit Wermutstropfen

Andreas Lukesch 25.09.2017

Ausgelassene Wahlpartys sehen anders aus: Bei den CDU-Kandidaten für die Wahlkreise Ludwigsburg und Neckar-Zaber wollte der Siegesjubel am Wahlabend nicht so recht aufbranden – nicht nach den ersten Hochrechnungen auf Bundesebene und auch nicht, als feststand, dass Steffen Bilger und Eberhard Gienger erneut mit einem Direktmandat aus ihren Wahlkreisen ausgestattet wurden. Zu hoch waren die Verluste für die CDU bei den Erst- wie bei den Zweitstimmen und zu erschreckend aus CDU-Sicht die Erfolge der AfD auch in den CDU-Hochburgen im Landkreis Ludwigsburg. Bilger sprach in einer ersten Reaktion gegenüber der BZ von einem Denkzettel für die Koalition, was er durchaus auch auf sein eigenes Wahlergebnis in Ludwigsburg bezog

In beiden Wahlkreisen bleibt die CDU zwar mit Abstand stärkste Kraft, ist aber nach dem Höhenflug bei der Wahl 2013  auf Normalmaß zurückgestutzt worden. Bei den Erststimmen hat Eberhard Gienger die vor vier Jahren hinzu gewonnenen 11 Prozentpunkte wieder abgeben müssen. Bei den Zweitstimmen in seinem Wahlkreis sieht es nicht viel besser aus. Steffen Bilger musste ähnliche Verluste hinnehmen.

Hinter Bundesergebnis

In den Auswirkungen noch desaströser fällt das Ergebnis in den beiden Wahlkreisen für die SPD aus. Weder in Neckar-Zaber noch in Ludwigsburg konnten die Sozialdemokraten die 20 Prozent halten und blieben somit auch noch weit hinter dem Bundesergebnis zurück.

Wahlgewinner in beiden Wahlkreisen sind eindeutig die kleineren Parteien, allen voran die AfD. Die Rechtsaußen-Partei, die bereits im baden-württembergischen Landtag vertreten ist, kam bereits vor vier Jahren in den beiden heimischen Wahlkreisen über 5 Prozent. Diesmal liegt sie im Wahlkreis Ludwigsburg leicht unter und im Neckar-Zaber leicht über dem Bundesschnitt.

Die beiden Wahlkreiskandidaten Marc Jongen und Martin Hess aus Bietigheim-Bissingen waren über die Landesliste ihrer Partei abgesichert und ziehen somit ebenfalls in den neuen Bundestags ein.

Darauf kann möglicherweise auch Stefanie Knecht, FDP-Bewerberin im Wahlkreis Ludwigsburg hoffen. Bis Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob es für sie für ein Mandat reicht. Insgesamt hat sich die FDP aber als starke politische Kraft auch in der Neckarregion zurückgemeldet. In beiden Wahlkreisen ist sie wieder mit 14 bis 15 Prozent drittstärkste Kraft geworden und konnte entgegen dem Bundestrend die AfD hinter sich lassen.

Auch die Grünen können zufrieden sein. Sie kletterten in beiden Wahlkreisen über das Ergebnis von 2013 und fuhren mit 12,5 Prozent Erststimmen für Catherine Kern in Neckar-Zaber einen Achtungserfolg ein.

Am deutlichsten gewonnen hat die Wahlbeteiligung im Wahlkreis Neckar-Zaber. Sie lag mit 81 Prozent fast 4 Prozentpunkte über dem Ergebnis von 2013.

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