Die Amtseinsetzung der neuen Ingersheimer Bürgermeisterin Simone Haist wurde wegen der Corona-Krise am gestrigen Abend ohne bürgerliche Gästeschar auf einen fast formalen Verwaltungsakt reduziert. Die Einsetzung fand in die SKV-Halle statt, nur so konnte der vorgeschrieben Mindestabstand gewahrt werden. Die Vereidigung konnte per Live-Stream auf der Homepage der Gemeinde verfolgt werden.

Gekommen waren neben den Gemeinderäten Landrat Dietmar Allgaier, der bereits im Kornwestheimer Rathaus mit Simone Haist zusammengearbeitet hat.

Für einen musikalischen Einstieg mit Saxophon sorgte Amtsleiter Harald Schnabel, der zum Auftakt „Hallelujah“ spielte. Die Vereidigung und Verpflichtung von Simone Haist erfolgte durch die  stellvertretenden Bürgermeisterin Hanne Hallmann. Gemeinderätin Ursula Heinerich sprach für die Ratsmitglieder,  die Haist in persönlichen Worten ihre Unterstützung zusagten.

„Die Bürgerinnen und Bürger von Ingersheim haben Ihnen ihr Vertrauen geschenkt und Sie mit klarem Vorsprung – 63,4 Prozent der Stimmen – im ersten Wahlgang gewählt“, sagte Allgaier. Er betonte, dass Simone Haist  das nötige Handwerkszeug für ihre neue Aufgabe besitze. Ein wichtiger Bereich ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit sei  die Gremienarbeit gewesen.  Diese langjährige Erfahrung werde auch für die neue Rolle als Vorsitzende des Gemeinderats hilfreich sein. „Mit Ihrem Anspruch, eine offene Kommunikation mit den Gemeinderatsmitgliedern zu führen, kann Ihnen das nur gelingen“, so der Landrat. „Sie kennen und können Verwaltung.“ Als künftige Aufgaben für Haist nannte er unter anderem die Entwicklung der Ortsmitte, die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Zusammenleben ändert sich

Bürgermeisterin Simone Haist sagte in ihrer Antrittsrede, dass sich das Zusammenleben auf Dauer verändern werde. Nicht nur in der Gemeinde, auch bei Gemeinderatssitzungen, im familiären Leben und der Vereinstätigkeiten. „Insbesondere unsere Wirtschaft befindet sich in einer Krise, die finanziellen Auswirkungen treffen viele Selbständige und Gewerbetreibende, aber auch viele Beschäftigte, die sich in Kurzarbeit befinden oder denen gekündigt wurde“, so Haist.

Bereits heute sei sicher, dass die finanziellen Folgen der Corona-Krise auch in Ingersheim  über Jahre deutlich zu spüren sein werden. „Wir alle werden gefordert sein, hiermit umzugehen“.  So sei der Blick auf das Wesentliche etwas, das man für die kommenden Monate, nicht nur in Anbetracht der einbrechenden Steuereinnahmen der Gemeinde, dringend benötige. Die neue Bürgermeisterin bot ihre Zusammenarbeit an. Nur gemeinschaftlich könne man  die Herausforderungen meistern, vor denen man stehe.  „Meine Aufgabe ist es, zu integrieren, den Organismus zusammenzuhalten, Impulse für sein Wachstum zu geben, Ideen und Anstöße für die Entwicklung zu platzieren, Menschen und Meinungen zusammenzubringen, zuzuhören, zu entscheiden und selbst voranzuschreiten“. Der Gemeinderat werde mit ihr ein neues Mitglied hinzubekommen, die Verwaltung eine Unterstützerin und die Bürger eine Verwaltungschefin, der Beteiligung wichtig ist. Harald Schnabel  spielte dazu am Ende „Reise ins Glück“.

Drei Tage nach der Wahl getrennt


Am Dienstagmorgen hat Bürgermeisterin Simone Haist ihr frisch gestrichenes Büro im Rathaus bezogen. Anschließend informierte sie  den Gemeinderat und die Beschäftigten im Rathaus darüber, dass sich ihr Mann, Holger Haist,  am 19. Februar, drei Tage nach der Wahl, von ihr getrennt  und seinen  Lebensmittelpunkt nach Südfrankreich verlegt habe. Von dieser Entscheidung sei sie hart getroffen worden, so die neue Bürgermeisterin.
Da die  Ingersheimer Bürger auch an ihrer  Person und  Privatleben ein Interesse hätten, sehe sie es als ihre  Aufgabe an,  über die familiäre Situation zu informieren.  Auch will Simone Haist mit dieser Vorgehensweise möglichen Mutmaßungen und Fragestellungen entgegenwirken.  itz