IHK-Umfrageergebnis Breitband ist Firmen am wichtigsten

Ein Kabelbündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk. Die Breitbandanbindung und ein gutes Mobilfunknetz sind die wichtigsten Standortfaktoren für die Betriebe in der Region Stuttgart.  
Ein Kabelbündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk. Die Breitbandanbindung und ein gutes Mobilfunknetz sind die wichtigsten Standortfaktoren für die Betriebe in der Region Stuttgart.   © Foto: dpa-Zentralbild
Kreis Ludwigsburg / bz 20.06.2018

Breitbandanbindung und ein gutes Mobilfunknetz – das sind die beiden wichtigsten Standortfaktoren, an denen Betriebe in der Region Stuttgart die Qualität ihres Standorts bemessen. Auch Arbeitskosten, Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften, eine leistungsfähige Straßeninfrastruktur, Kundentreue, Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum und Versorgungssicherheit bei Energie spielen bei der Bewertung ihrer Heimatkommune – und damit letztlich bei Investitionsentscheidungen der Betriebe – eine bedeutsame Rolle. Das ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart zur Attraktivität der Standorte, an der sich rund 640 Unternehmen im Ballungsraum Stuttgart beteiligt haben.

„Eine gute technische Infrastruktur und leistungsfähige Straßen sind neben ausreichender Zahl von Fachkräften für viele Betriebe vor Ort ungemein wichtig. Die Ergebnisse unserer Umfrage senden ein ganz klares Signal in Richtung Rathäuser und Gemeindeämter“, sagt IHK-Präsidentin Marjoke Breuning. „Wir würden uns freuen, wenn die Verantwortlichen in Landratsämtern, Kommunen und örtlicher Wirtschaftsförderung die Umfrageergebnisse zum Anlass nehmen würden, auf ihre ortsansässigen Betriebe zuzugehen und zu fragen, wo ihnen der Schuh drückt und wie Abhilfe geschaffen werden kann“, so Breuning.

 Die Befragung der IHK ergab auch, dass die Unternehmen in der Region Stuttgart größtenteils zu ihren heimischen Standorten stehen und viele hier weiter investieren wollen. So sieht mehr als die Hälfte der befragten Betriebe die Kommune, in der sie ansässig sind, als sehr gut bis gut für den Standortwettbewerb gerüstet.

Note 2,66 für Standorte

Rund 250 der Befragten (40 Prozent) bewerten die allgemeine Wettbewerbsfähigkeit ihres Standortes noch als befriedigend bis ausreichend. Etwa 50 der befragten Unternehmen (acht Prozent) sind mit ihrem Standort hingegen unzufrieden und vergeben die Schulnote 4 oder 5. Daraus ergibt sich über alle betroffenen Standorte hinweg eine durchschnittliche Gesamtnote von 2,66 (von möglichen Schulnoten 1 bis 6).

Mit dieser Gesamtnote, die einer „3+“ entspricht, bescheinigen die Unternehmen ihren Standorten im Schnitt noch ein ganz passables Wettbewerbszeugnis. Vor vier Jahren vergaben sie noch eine Gesamtnote von 2,5. „Das Ergebnis der Umfrage zeigt, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte der Region aus Sicht der Betriebe nachgelassen hat“, so IHK-Präsidentin Marjoke Breuning. „Wenn die Region auch in Zukunft ein dauerhaft bedeutender Wirtschaftsraum und international wettbewerbsfähig bleiben soll, muss mehr für gute Rahmenbedingungen getan werden.“

Die vorliegende Studie zeigt laut IHK auch, dass die Unternehmen mit den allermeisten Rahmen- und Standortbedingungen unzufriedener wurden. Auffällig sei dabei vor allem die Bewertung der Breitband-Internetanbindung. Obwohl diesem Standortfaktor bereits vor vier Jahren und auch heute wieder die höchste Priorität zugesprochen wird, fällt die Zufriedenheit von einer durchschnittlichen Note 2,2 zurück auf 2,7.

„Der Vergleich zeigt, dass die Region noch immer weit von einem flächendeckenden Netz mit genügend Megabit-Versorgung entfernt ist. Der Glasfasernetzausbau muss schneller vorangetrieben werden“, sagt die IHK-Präsidentin Marjoke Breuning.

Heinrich Baumann, stellvertretender Präsident der IHK Region Stuttgart und Präsident der IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen, betont die Dringlichkeit des flächendeckenden Ausbaubedarfs.

Es sei ein wichtiger und guter Schritt, dass die Gesamtregion Stuttgart gemeinsam an einem Glasfaser-Backbonenetz arbeite. Das könne aber nur der Anfang sein, denn insbesondere die Kommunen seien dann gefordert, sich rasch an dieses Netz anzuschließen und den eigenen Ausbau systematisch voranzutreiben.

Auch Natur und Freizeitangebote binden Mitarbeiter

Positiv bewerten die Unternehmen vor allem Versorgungssicherheit bei Energie, Kundenbindung und Erreichbarkeit ihrer Absatzmärkte, Verfügbarkeit geeigneter Weiterbildungsangebote sowie Attraktivität der Region in Bezug auf Umwelt, Natur, Naherholung, Freizeit- und Kulturangebote.
Diese Attraktivität könnte aus Sicht der Unternehmen dazu beitragen, dass ihre Mitarbeiter trotz knappen und zu teuren Wohnraums die Region nicht verlassen. bz

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