Bruchwald Bissingen: Warten auf Kunstrasen

Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf 21.06.2018

Nach fast 30-jähriger Nutzung zeigt der Rasenplatz des Fußballvereins 08 Bissingen am Bruchwald erhebliche Abnutzungserscheinungen. Die 1989 angelegte Spielstätte sei am Ende ihrer Lebensdauer angelangt, erklärte der Erste Bürgermeister Joachim Kölz im Gemeinderat. Doch bis es Abhilfe durch einen neuen Platzt gibt, wird es noch etwas dauern.

Durch starken Regenwurmbefall sei der Rasen nicht mehr „tritt- und scherfest“, aufgrund der hohen Beanspruchung von etwa 35 Stunden pro Woche seien kahle Stellen sichtbar, heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung. Wegen Unebenheiten und Vertiefungen ist der Platz von Herbst bis Frühjahr nicht bespielbar.

Die Verwaltung schlug deshalb vor, das Spielgelände in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln und dazu ein Planungsbüro für 72 000 Euro zu beauftragen. Der Platz sei dann das ganze Jahr über bespielbar, während das bei Rasen nur etwa 500 Stunden im Jahr der Fall sei, sagte Kölz. „Wir haben am Bruchwald hohen Nutzungsdruck.“ Ein Nachteil: Der Kunstrasenplatz würde 600­ 000 Euro kosten, ein Rasenplatz nur 450 000 Euro.

Kritik an Planungskosten

Nach dem Zeitplan der Verwaltung hätte der Umbau im Frühjahr 2019 über die Bühne gehen können. Doch im Gremium erhoben sich Gegenstimmen. Der Umbau von Rasen auf Kunstrasen sei „nicht in allen Konsequenzen durchdacht“, sagte Günter Krähling (SPD). Falls die erste Mannschaft von 08 (derzeit Oberliga) aufsteige, werde diese im Ellental spielen. Zudem hielt er die Planungskosten von 72 000 Euro für „weit überzogen“. Ins gleiche Horn blies Hermann Eppler (CDU). Ein erfahrener Sportanlagenbauer könne das günstiger machen, meinte er. Kölz entgegnete, eine Planung durch ein Büro sei auch für den Zuschuss wichtig. Die Stadt erhofft sich maximal 140 000 Euro.

OB Jürgen Kessing folgte schließlich dem Vorschlag von Krähling, den Umbau erst im Gesamtpaket mit der geplanten Sportstätten-Priorisierung zu beraten. Die erste Sitzung dazu finde nach der Sommerpause statt. So lange könne man den Platz im Bruchwald noch aufrechterhalten, so Kessing.

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