Ludwigsburg / sz

Was für ein Bild: 2000 Schüler rennen zur Eröffnung des Lernfestivals am Mittwoch die Freitreppe zur Pädagogischen Hochschule (PH) hoch. Sie stürmen das Lernfestival, das in diesem Jahr bereits zum fünften Mal im Zweijahresrhythmus stattfindet.

86 Klassen aus der ganzen Region haben sich für die Workshops, die eine Art modernsten Unterricht zeigen sollen, angemeldet, darunter auch die Bietigheimer Sandschule, die Realschule im Aurain, die Gustav-Schönleber-Schule, Klassen aus dem Bönnigheimer Alfred-Amann-Gym­nasium, dem Markgröninger Helene-Lange-Gymnasium und der Grundschule sowie der Gustav-Sieber-Schule aus Tamm. Elf Kindergartengruppen sind ebenfalls mit von der Partie, sowie auch sechs Gymnasien.

Ideenbörse für Lehrer

„Für die Lehrer, die zum Großteil auch unsere Studenten waren, ist es auch eine Art Fortbildung, sie nehmen das, was wir für sie erarbeitet haben, mit in ihren Unterricht“, sagt der Rektor der PH, Professor Dr. Martin Fix. „Wir verstehen uns somit als Kompetenzzentrum für Bildung in der Region“, so der Rektor. „Das Lernfestival ist eine Ideenbörse“, sagt die Organisatorin des Festivals, Anne Noerthemann. Bei der Veranstaltung träfen alle Bildungsbeteiligten aufeinander: Lehrer, zukünftige Lehrer, Schüler und die Dozenten der Lehrer.

Fast die Hälfte der 5500 Studenten und ihre Dozenten, erzählen Fix und Noerthemann, bereiten während des Sommersemesters das Lernfestival vor, unter Berücksichtigung neuester Lernmethoden. In Workshops werden neue Unterrichtsideen dargestellt und von den Schülern gleich ausprobiert. Da wird über die Geschichte der Jeans gesprochen, es gibt Technikexperimente, sogar einer Schlange, einer Kornnatter, können die Kinder beim Mäusefressen zuschauen.

Bis zu vier Workshops mache  eine Klasse, sagt Noerthemann. Hinzu kommt der Markt der Möglichkeiten auf dem Campus. An vielen Ständen werden spezielle Unterrichtsthemen, -methoden und -materialien vorgestellt sowie Projekte, in denen sich die Studenten engagieren, wie für Nachhaltigkeit oder in der Flüchtlingshilfe. „Der Tag ist eine Darstellung unserer Kompetenz mit einer direkten Wirkung auf den Unterricht vor Ort“, sagt Martin Fix. Die Gebäude der PH stehen offen und die Kinder können in Labore, Werkstätten und Seminarräume hineinschnuppern. Sogar eine Gastdozentin aus North Carolina bietet einen Workshop zu ihrem Heimatstaat an.

Ausstellungen zu bestimmten Themen wie zur Sexualität und zu Missbrauch von der Beratungsstelle Feuervogel oder „Kinderturnen on Tour“, eine Kinderturn-Welt auf Rädern runden das Angebot ab. Studenten aus anderen Länder zeigen den Schülern, wie Schule in diesen Ländern funktioniert. „Alles mit dem Hintergrund, das vor Ort mit zu nehmen und als Idee für modernen Unterricht zu verwenden“, sagt Martin Fix.